Die deutschen Unternehmen, egal ob aus Industrie oder Gewerbe, engagieren sich deutlich stärker für die Energiewende als noch im Vorjahr. Das ergeben die Zahlen des Energiewendebarometers des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). So haben 33 Prozent der knapp 2600 befragten Unternehmen Energiewende-Maßnahmen im eigenen Betrieb umgesetzt. Das sind acht Prozent mehr als noch 2019.
Bei weiteren 50 Prozent der Befragten läuft die Umsetzung, oder es sind Effizienzmaßnahmen in Planung. Wiederum jedes vierte Unternehmen setzt inzwischen Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom vor Ort ein. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie bremsen das Engagement der Unternehmen kaum.
Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit
Nur 36 Prozent der Unternehmen verschieben Maßnahmen wegen Covid-19, und in immerhin sieben Prozent der Betriebe werden Maßnahmen sogar zahlreicher umgesetzt oder schneller angegangen. 61 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen sich zudem für den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien aus – damit gehört dieser Punkt erstmals zu den Top 3 der Empfehlungen an die Politik.
Trotz der hohen Zustimmungswerte und des breiten Engagements bewerten die Betriebe die Energiewende insgesamt mehr als Herausforderung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit statt als Chance. Auf einer Skala von minus 100 ("sehr negativ") bis plus 100 ("sehr positiv") liegt der Barometerwert über alle Branchen hinweg 2020 bei minus 2,5. Bau (plus 10) und Dienstleister (plus 6) nehmen eine eher positive Einschätzung vor. Der Handel (minus 4) und vor allem die Industrie (minus 17) sind in ihrer Beurteilung dagegen kritisch.
CO2-Preis wird fast von der Hälfte unterstützt
Hintergrund sind die hohen Energie- und vor allem Stromkosten, die für die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiveren Branchen eine wichtige Rolle spielen. So sind – auch das zeigt die Umfrage – in den vergangenen zwölf Monaten bei 46 Prozent der Unternehmen die Stromkosten gestiegen, nur für sieben Prozent wurde die Stromrechnung günstiger.
Und der nächste Kostentreiber wartet schon. Ab 2021 tritt die CO2-Bepreisung in Kraft. Nichtsdestotrotz schätzen 49 Prozent der Unternehmen diese als geeignetes Instrument ein, um den Klimaschutz in der Wirtschaft voranzubringen. 28 Prozent hingegen widersprechen dem. (lm)
