Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) kritisiert die Haltung der Bundesregierung vor dem Hintergrund der schwächelnden Windenergieindustrie.

Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD) kritisiert die Haltung der Bundesregierung vor dem Hintergrund der schwächelnden Windenergieindustrie.

Bild: © Holger Hollemann/dpa

Der Klimaschutz droht nach Ansicht von Umweltminister Olaf Lies (SPD), wegen der Corona-Pandemie ins Hintertreffen zu geraten. "Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir trotz der aktuellen Corona-Lage noch mehr für den Klimaschutz tun müssen", sagte der niedersächsische Minister in einem Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom Montag. "Der Umstieg auf saubere Energien und das Sparen von Energiekosten muss weiterhin höchste Priorität haben. Ein Ausstieg wäre fatal."

Öl und Gas seien derzeit günstig, trotz der Corona-Stillstände werde viel Energie produziert. Das komme aber beim Verbraucher nicht an, weil dem Gesetz nach die Vergütung für die Einspeisung erneuerbarer Energie steige und höhere Preise bringe, sagte Lies. "So führt das komplizierte Strompreissystem, das wir in Deutschland haben, zu der fatalen Situation, dass aus einem Vorteil in der Corona-Krise ein Nachteil für den Endverbraucher wird." Er forderte, dass die sogenannte EEG-Umlage für erneuerbare Energie dauerhaft gesenkt wird.

Atempause produktiv nutzen

"Diese Krise hat sich niemand gewünscht, weder ich, noch die Umweltschützer", sagte Lies zum Rückgang von Auto-, Flug- und Schiffsverkehr. "Aber wir sollten die erzwungene Atempause nutzen, um unsere Konzepte zu überprüfen." So könnte der öffentliche Nahverkehr zu neuer Blüte kommen, "wenn Menschen geimpft werden können und sich in Bus und Bahn die Distanzverhältnisse ändern können". (dpa/amo)

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