Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Bild: © Henning Scheffen/STK

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert Hilfe vom Bund für die Windindustrie. «Jetzt muss Schluss sein mit weiterem Zögern und Zaudern auf der Bundesebene», sagte der SPD-Politiker der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Freitag). «Wir brauchen sehr schnell die vereinbarten Sonderausschreibungen für weitere Windenergieparks, damit wieder mehr Aufträge erteilt werden.»

Weil reagiert mit der Forderung auf die Ankündigung des Auricher Windkraftanlagenherstellers Enercon, sich künftig stärker international auszurichten und in seinen deutschen Werken rund 800 Arbeitsplätze abzubauen. Der Branchenverband BWE sieht bereits jeden siebten der insgesamt 140 000 Jobs in der Branche in Gefahr.

"Fehlgeschlagene Ausschreibungen" Ursache für Fadenriss

Aus Sicht der Landesregierung ist das eine Folge der Reform der Ökostromförderung. «Durch fehlgeschlagene Ausschreibungen ist es zu einem Fadenriss in der Windenergiebranche gekommen», sagte Weil. Hätte die Bundesregierung schneller gehandelt, «wären die Jobverluste vermeidbar gewesen».

Der Ausbau der Windenergie an Land und auf See ist ins Stocken geraten, nachdem im Erneuerbare-Energien-Gesetz Ausschreibungen eingeführt wurden, die gleichzeitig begrenzt sind. Ziel war es, die Kosten der Windkraftanlagen zu senken und damit den Anstieg der Strompreise zu stoppen. Die Hersteller von Windkraftwerken sehen den deutschen Markt seitdem eher skeptisch. (dpa/al)

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