Auf dem Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" vor dem Strand von Lubmin bauen Fachleute an der Anbindungspipeline des umstrittenen Rügener Flüssigerdgas LNG-Terminal in Mukran. (Achivbild)

Auf dem Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" vor dem Strand von Lubmin bauen Fachleute an der Anbindungspipeline des umstrittenen Rügener Flüssigerdgas LNG-Terminal in Mukran. (Achivbild)

Bild: © Stefan Sauer/dpa

Der Fertigstellung der Anbindungsleitung für das an Rügens Küste geplante Terminal für Flüssigerdgas (LNG) steht von Behördenseite nichts mehr im Weg. Das zuständige Bergamt Stralsund hat auch für den letzten bislang nicht genehmigten Teilabschnitt grünes Licht gegeben.

Damit lägen für alle Teilabschnitte die erforderlichen Genehmigungen vor, hieß es am Mittwoch.

Eilanträge gescheitert

Den ersten Seeabschnitt, der 26 Kilometer von Lubmin durch den Greifswalder Bodden bis vor die Küste Südost-Rügens umfasst, hatte die Behörde bereits im August genehmigt. Ebenso sind die Anlandepunkte in Lubmin und Mukran bereits genehmigt. Verbände waren mit Eilanträgen und einem angestrebten Baustopp für die Leitung vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert.

"Die Verlegung der Pipeline auf dem ersten Seeabschnitt von Lubmin bis zum Kilometerpunkt 26 wird in den kommenden Tagen erfolgreich beendet", kündigte Ulrich Benterbusch, Geschäftsführer des Gasnetzbetreibers Gascade, am Mittwoch an. "Wir hoffen, dass auch die Arbeiten im zweiten Seeabschnitt bis nach Mukran trotz der raueren Jahreszeit im geplanten Zeitrahmen erfolgen werden."

Knotenpunkt Lubmin

Das Bergamt hatte bereits Baggerarbeiten auch für den zweiten Seeabschnitt genehmigt. Diese könnten nun nahtlos mit den Verlege- und Verfüllungsarbeiten fortgesetzt werden, teilte die Behörde nun mit.

Die etwa 50 Kilometer lange Leitung soll das in Mukran per Schiff angelieferte Flüssigerdgas, das dort wieder in den gasförmigen Zustand gebracht wird, bis zu einem Knotenpunkt in Lubmin transportieren. Von dort wird es im Netz verteilt.

LNG-Terminal Nummer vier

Ziel ist es laut Gascade, die Verlegung in diesem Jahr abzuschließen und die Leitung bis zum Jahresende fertigzustellen. Der Bund hält das Terminal in Mukran unter Verweis auf die Energieversorgungssicherheit für notwendig und will es im Winter betriebsbereit haben.

Mukran wäre LNG-Terminal vier auf deutschem Territorium. Zuvor gingen die ebenfalls schwimmenden Anlagen in Wilhelmshaven und Brunsbüttel an der Nordsee sowie in Lubmin in Betrieb.

Kritiker: Nicht benötigte Überkapazitäten

Das bislang in Lubmin eingesetzte Spezialschiff soll nach Mukran verlegt werden und dort zusammen mit einem weiteren LNG regasifizieren und einspeisen. Kritiker sprechen von nicht benötigten Überkapazitäten und Risiken für die Umwelt sowie den Tourismus in der Region.

"Die Messe ist noch längst nicht gelesen", teilte ein Sprecher der Gemeinde Binz mit. "Sobald uns die entsprechenden Unterlagen vorliegen, werden wir eine Klage prüfen."

Ein Verfahren läuft noch

Für das eigentliche Terminal in Mukran und den Betrieb der Spezialschiffe dort ist eine andere Genehmigungsbehörde zuständig. Dieses Verfahren läuft noch. (dpa/aba)

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