Die Bundesnetzagentur arbeitet seit 2024 an einer Sicherheitsplattform Strom. Mehr Informationen sollen bald online zur Verfügung stehen.

Die Bundesnetzagentur arbeitet seit 2024 an einer Sicherheitsplattform Strom. Mehr Informationen sollen bald online zur Verfügung stehen.

Bild: © David Woods/AdobeStock

Die Bundesnetzagentur arbeitet an einer Sicherheitsplattform Strom. Das bestätigte die Behörde auf ZFK-Anfrage.

Anlass der Anfrage waren Berichte des Online-Magazins "Apollo News" und der "Welt". "Apollo News" hatte unter der Überschrift "Geheimplan Energiekrise" berichtet, die Bundesnetzagentur bereite sich auf Strommangel über "mehrere Tage bis Wochen" vor.

Bundesnetzagentur: Aufbau der Plattform "rein präventiv"

Nach eigenen Angaben baut die Bundesnetzagentur "rein präventiv" bereits seit 2024 eine digitale Plattform auf. Mit deren Hilfe soll die Kommunikation und Koordination im Falle einer Energiemangellage verbessert werden. Die Plattform soll bestehende Prozesse der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber ergänzen und für eine bessere Krisenvorsorge sorgen.

Die Plattform heißt Sicherheitsplattform Strom, kurz Siplas. Das Ziel ist, im Ernstfall effizient handeln zu können. Konkret könnte die Bundesnetzagentur über die Plattform Stromdrosselungen bei bestimmten Großverbrauchern anordnen. Die Regulierungsbehörde will noch entsprechende Informationen auf ihrer Website zur Verfügung stellen.

Vorbild Sicherheitsplattform Gas?

Schon jetzt ist eine andere Sicherheitsplattform auf der Website der Bundesnetzagentur zu finden: die Sicherheitsplattform Gas. Sie startete inmitten der Energiekrise am 29. September 2022. Zuvor hatte Russland, bis dahin mit Abstand größter Erdgaslieferant Deutschlands, seine Pipelinelieferungen nach und nach gedrosselt und schließlich ganz eingestellt. Drei Tage vor Start der Plattform waren zudem drei der vier Nord-Stream-Stränge abschnittsweise zerstört worden.

Auf der Plattform sollten relevante Akteure des Gasmarkts ihre Daten zur Verfügung stellen. Neben Stammdaten sollten von Großverbrauchern, Versorgern, Händlern, Netzbetreibern und Bilanzkreisverantwortlichen auch aktuelle und geplante Informationen zu Gasverbräuchen abgefragt und analysiert werden.

Die Gefahr, dass Deutschland in eine Gasmangellage geraten könnte, war im Sommer 2022 vergleichsweise groß. Allerdings kam es in den Folgemonaten nicht dazu, auch weil kurzfristig Gasmengen an den Gasbörsen zugekauft werden konnten und der Gasverbrauch nicht zuletzt wegen massiv gestiegener Preise und eindringlicher Sparappelle zurückging.

Strommangellage derzeit nicht gegeben

Eine Strommangellage, die über mehrere Tage bis Wochen dauern könnte, besteht für Deutschland zurzeit nicht. Die Preise für das kommende Lieferjahr, das meistgehandelte Produkt am Strom-Terminmarkt, lagen zuletzt bei etwa einem Zehntel der Höchstpreise in der Energiekrise im Sommer 2022.

Die Bundesnetzagentur betonte auf ZFK-Anfrage dann auch: "Die deutsche Stromversorgung ist sehr sicher und die Bundesnetzagentur hält großflächige Störungen der Stromversorgung weiterhin für sehr unwahrscheinlich." Und: Eine Energiemangellage würde erst nach den Vorgaben des Energiesicherungsgesetzes festgestellt.

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