Deutschland steht vor einer Rückbauwelle von Windkraft-Bestandsanlagen. Etwa 15.000 Anlagen werden in den nächsten zehn Jahren repowert oder stillgelegt, weil sich ihr Betrieb ohne EEG-Förderung nicht mehr lohnt. Bisher gab es für den Rückbau von Anlagen keinen Standard, mit der DIN SPEC 4866 ist das nun anders.
Das Deutsche Institut für Normung (DIN) gibt mit dem 26-seitigen Standardkatalog nun Empfehlungen und Anforderungen für Demontage, Entsorgung und Recycling vor.
Von der Planung bis zur Dokumentation
Bei der Demontage von Windrädern gilt es einiges zu berücksichtigen, angefangen bei der Baustellensicherung und der Qualifikation der Arbeiter. Die Fachleute müssen Rotorblätter, Turm und Gondel fachgerecht zerlegen und dabei zusätzlich sicherstellen, dass keine schädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen.
Bei der Entsorgung muss klar sein, welche Bestandteile der Windenergieanlage sich wie verwerten lassen. Auftraggeber sollten darüber hinaus wissen, wie der Rückbau zu dokumentieren ist und welche behördlichen Genehmigungen für den Rückbau in welchem Bundesland notwendig sind.
Expertenkonsortium
Erarbeitet wurde das Dokument mit dem Titel „Nachhaltiger Rückbau, Demontage, Recycling und Verwertung von Windenergieanlagen“ von 25 Experten auf der Windenergie- und Recyclingbranche, Wissenschaftlern, sowie Mitarbeitern des Umweltbundesamtens. Die DIN SPEC 4866 entstand auf Initiative der RDRWind e. V. – Industrievereinigung für Repowering, Demontage und Recycling von Windenergieanlagen. Diese wurde Ende 2018 in Hannover gegründet, unter anderem mit dem Ziel, erstmalig Branchenstandards als „best practice“ für den Rückbau zu etablieren. (ls)


