Der Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland lag letztes Jahr über dem EU-Durchschnitt, so eine IMK-Studie.

Der Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland lag letztes Jahr über dem EU-Durchschnitt, so eine IMK-Studie.

Bild: © Thaweerat/AdobeStock

Im Jahresdurchschnitt legten die Arbeitskosten auf 40 Euro zu - und stiegen damit in Deutschland im letzten Jahr deutlich stärker als in den Jahren zuvor. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Der Anstieg der Arbeitskosten lag damit leicht über dem EU-Durchschnitt von 5,4 Prozent.

Noch höher als in Deutschland waren die Kosten in Luxemburg (50,4 Euro), Dänemark (48,4 Euro), Belgien (43,3 Euro), Schweden (43,2 Euro) und Frankreich (41,1 Euro). Am niedrigsten waren die Arbeitskosten in Bulgarien mit 8 Euro pro Stunde.

Im Vergleich zu den Vorjahren gab es Abweichungen

Auffällig war, dass der Dienstleistungssektor traditionell vergleichsweise niedrige Arbeitskosten aufweist - diesmal lag der Anstieg mit 7,2 Prozent deutlich höher als in der Industrie, teilten die IMK-Expert:innen mit.  Dazu habe wohl auch die Mindestlohnerhöhung beigetragen

Auch die Lohnstückkosten, die die Arbeitskosten ins Verhältnis zum Produktivitätsfortschritt setzen, stiegen der Studie zufolge in Deutschland 2022 mit 3,8 Prozent stärker als im Euroraum mit 3,3 Prozent. 

Es gibt aber auch Entwarnung

«Ein Grund zur Sorge ist das dennoch nicht», urteilten die Verfasser:innen der Studie, Ulrike Stein und Alexander Herzog-Stein. Denn die deutsche Wettbewerbsposition habe sich dadurch nicht verändert. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre seien die Lohnstückkosten in der Bundesrepublik um jährlich 2,4 Prozent gestiegen und damit sogar etwas langsamer als im Euroraum, wo das Wachstum bei 2,5 Prozent gelegen habe.

Seit der Jahrtausendwende seien die Lohnstückkosten in Deutschland im Jahresmittel nur um 1,4 Prozent gestiegen. Der Anstieg fiel damit geringer aus als in den anderen großen Mitgliedsstaaten des Euroraums. (dpa/bs)

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