Jürgen Schäffner wechselt von den Stadtwerken Lübeck zu den Stadtwerken Plön.

Jürgen Schäffner wechselt von den Stadtwerken Lübeck zu den Stadtwerken Plön.

Bild: © Stadtwerke Lübeck

Die Spitzenpersonalien der Stadtwerke Lübeck, aus denen die Lokalzeitung einen Machtkampf herausliest, dürften noch knapp einen Monat lang unentschieden bleiben. Laut den "Lübecker Nachrichten" (LN) geht es konkret darum, ob der Geschäftsführer der Tochter Netz Lübeck, Jens Meier, Kollege von Stadtwerke-Alleingeschäftsführer und Holding-Co-Chef Jürgen Schäffner wird oder ihn gar in der Holding ersetzt. Ein solcher Durchmarsch wäre ein einmaliger Vorgang in der Stadtwerkewelt. Nach ZfK-Recherchen sind erhebliche Zweifel an dieser Darstellung angebracht, zumal die Holding auch noch von Stadtverkehrs-Geschäftsführer Andreas Ortz geführt wird. Am Freitag und am Montag haben beide Aufsichtsräte getagt – und nicht mehr und nicht weniger als eine gemeinsame Sitzung Mitte Juni beschlossen.

Das geht aus einem Bericht der "LN" von Dienstag hervor. Die Pressestellen von Hansestadt und Stadtwerken sowie Schäffner und Meier lehnten gegenüber der ZfK eine Stellungnahme ab. Das Rathaus verwies auf Verschwiegenheitspflichten in "laufenden Personalangelegenheiten".

Gremium für Duo, installiert aber niemanden

Die 650 Mitarbeiter des kommunalen Konzerns lasen am Dienstag in den "LN", dass es auf Stadtwerke-Ebene einen zweiten Geschäftsführer geben soll. Aber das Kontrollgremium installierte Jens Meier nicht. Stattdessen die gemeinsame Sitzung. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), der den Aufsichtsräten nicht angehört, soll da die Mitglieder auf gleichen Kenntnisstand bringen, nicht zuletzt über seine strategischen Vorstellungen für die Stadtwerke. Dies soll widerstreitende Beschlüsse der Gremien, wie sie angeblich bisher gefallen sind, beenden helfen.

Neue Räte in den Aufsichtsräten

Außerdem werden beide Organe jeweils eine Hälfte neuer Mitglieder aus den Ratsfraktionen haben. Vielleicht wollte man einfach der künftigen Zusammensetzung nicht vorgreifen. Die Mitarbeiter werden weiterhin die "LN" lesen müssen, und das sehr kritisch, wenn sie wenigstens irgendetwas über die strategische Zukunft ihres Arbeitgebers erfahren wollen. (geo)

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