Der SPD-Politiker Garrelt Duin war von Juni 2012 bis Juni 2017 Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der SPD-Politiker Garrelt Duin war von Juni 2012 bis Juni 2017 Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bild: © Raimond Spekking/CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC hat ihr Gutachten über die künftige Geschäftsführung der Stadtwerke Köln (SWK) deren Aufsichtsrat vorgetragen. Sie kommt zu folgendem Schluss: Eine Ergänzung der bisher ehrenamtlichen Geschäftsführung durch mindestens einen hauptamtlichen Manager sei "unternehmerisch angemessen". Dies geht aus einer Pressemitteilung der Finanzholding vom Montag hervor.

Aufgrund der Größe des Kommunalkonzerns mit 12.700 Mitarbeitern und einem Umsatz von 5,6 Milliarden Euro sowie eines breiten Aufgabenspektrums in der wachsenden Millionenmetropole Köln scheine eine solche Kombination "sinnvoll", heißt es weiter. Bislang werden die Geschäfte der GmbH ehrenamtlich von den Chefs der Töchter Rheinenergie und GEW, Dieter Steinkamp, sowie Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), Dirk Kolkmann, geführt. Die Kölner Kommunalpolitik neigt dazu, eine hauptamtliche Geschäftsführung einzuführen.

Thema geriet seit April 2018 in kommunalpolitischen Streit

Einen Versuch hatten Vertreter mehrerer Ratsfraktionen im Aufsichtsrat bereits im April 2018 unternommen und den SPD-Landtagsabgeordneten und vorigen Aufsichtsratschef Martin Börschel auf den Schild gehoben. Die parteilose OB Henriette Reker, die dem Kontrollgremium ebenfalls angehört, ließ sich ihre Umgehung nicht gefallen: Sie stoppte die Berufung und verlangte ein transparentes Auswahlverfahren respektive überhaupt einen Auswahlprozess.

Vorigen Sommer beauftragte dann das Gremium PWC mit dem Gutachten. Es stoppte kurze Zeit später die Arbeiten, weil sich OB Reker auch gegen die Wahl des KVB-Betriebsratschefs Harald Kraus zum SWK-Aufsichtsratschef wehrte. In einem einmaligen Vorgang in der Kommunalwirtschaft war Reker auch bei diesem Vorgang umgangen worden und war dagegen vorgegangen. Die Erstellung des Gutachtens ging erst nach der Berufung des Konsenskandidaten Garrelt Duin (SPD) an die Aufsichtsratsspitze im September 2018 weiter.

Entscheidung erst weit nach Sommerpause

Basis der jetzigen PWC-Empfehlung ist eine Analyse der Binnenstruktur in den Stadtwerken und der Marktentwicklung. Dazu dienten unter anderem Interviews mit 20 Personen aus den Stadtwerken und ihrem Gesellschafterumfeld, auch mit Steinkamp und Kolkmann. Es komme auf die künftigen Aufgaben der Holding an, heißt es sinngemäß in dem Gutachten. Davon abhängig sei die konkrete Mischung aus ein oder mehreren hauptamtlichen Geschäftsführern sowie nebenamtlichen Geschäftsführern denkbar.

Auf gut Deutsch: Das Spiel ist nach der Empfehlung von PWC offen, sofern es künftig auch nur einen Vollzeit-Manager gibt. Aufsichtsratschef Duin verstärkte diesen Eindruck in seinem offiziellen Kommentar: "Das werden wir nicht übers Knie brechen. Der Beratungsprozess wird nach der Sommerpause weitergehen. Ob wir uns den Ergebnissen überhaupt anschließen, werden die Beratungen erst ergeben. Eine Entscheidung darüber wird mit maximaler Transparenz erfolgen", versprach er. (geo)

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