Die Gaspreise haben innerhalb eines Handelstages deutlich zugelegt. Der richtungsweisende TTF‑Frontmonat‑Kontrakt stieg im Tagesverlauf bis auf 61,54 Euro je Megawattstunde, nachdem er sich am Vortag bei rund 56 Euro je Megawattstunde bewegt hatte. Experten rechnen mit weiteren Störungen bei Transporten von Energierohstoffen und preisen das Risiko entsprechend ein.
Eskalation treibt Gaspreis
Auslöser waren neue Aussagen von US‑Präsident Donald Trump zum Iran, die am Markt die Sorge vor anhaltenden Störungen wichtiger Transportwege verstärkten. Besonders im Fokus steht die Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des globalen Energiehandels läuft.
Hinter dem Sprung steckt damit weniger eine kurzfristige Änderung der europäischen Gasbilanz als vielmehr eine Risikoprämie. Solange der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus niedrig bleibt und Marktteilnehmer eine weitere Zuspitzung erwarten, gelten auch LNG‑Ströme als potenziell verwundbar. Das kann die Preisbildung am Gasmarkt kurzfristig dominieren – selbst wenn sich Speicherstände oder Wetterdaten nicht abrupt ändern.
Auch Ölpreis legt zu
Zuvor war der Preis für Rohöl der Sorte Brent drei Handelstage in Folge gefallen, nachdem er in der vergangenen Woche zeitweise auf über 100 Dollar je Barrel gestiegen war. Die USA und der Iran hatten ihre gegenseitigen Angriffe zeitweise gestoppt – das hatte den Rückgang der Ölpreise ausgelöst.
Auswirkungen auf Strompreise noch überschaubar
Da Gas in vielen Stunden am Strommarkt weiterhin der preisbestimmende Grenzkostenträger ist, kann ein Anstieg die Spot- und Frontkontrakte im Stromhandel ebenfalls nach oben ziehen. An der Epex Spot ist davon aktuell jedoch noch wenig zu sehen: Nach 126,84 Euro je Megawattstunde für den 29. Juli hat der Day‑Ahead‑Kontrakt für den 30. Juli mit 121,33 Euro je Megawattstunde sogar etwas nachgegeben. Auch im Terminhandel hat der Frontmonat innerhalb einer Woche von 133,65 auf 123,96 Euro je Megawattstunde nachgegeben.