Die Stadtwerke Meiningen müssen nach dem verlustreichen Jahr 2025 ein straffes Effizienzprogramm durchführen.

Die Stadtwerke Meiningen müssen nach dem verlustreichen Jahr 2025 ein straffes Effizienzprogramm durchführen.

Bild: @ AdobeStock/Marco2811

Das abgelaufene Geschäftsjahr lief für die Stadtwerke Meiningen nicht erfolgreich: Am Ende stand ein satter Verlust von 596.000 Euro zu Buche. Nun müssen sich die Stadtwerke Meiningen einem straffen Sanierungsprozess unterziehen. Die Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre und die eingeschränkte Finanzierungsfähigkeit machen es erforderlich, die Kostenstruktur nachhaltig zu verbessern, hieß es vonseiten des thüringischen Kommunalversorgers auf ZFK-Anfrage.

Auch Entlassungen als Sparmaßnahme

Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat hat die Geschäftsleitung ein Effizienzprogramm ausgearbeitet, das auch personelle Kürzungen vorsieht: Das Unternehmen hat zwölf der 152 Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt. Zu dieser äußerst unpopulären Maßnahme musste der Versorger in letzter Konsequenz greifen, erläuterte der Stadtwerkesprecher. "Dazu haben wir zunächst Verträge, Dienstleister, interne Abläufe, den Fuhrpark sowie Zusatzleistungen umfassend geprüft und Einsparpotenziale identifiziert", sagte er.

Das Unternehmen hat das jährliche Einsparziel bei Sach-, Dienstleistungs- und Personalkosten auf rund 1,5 Millionen Euro festgelegt, hieß es weiter. Die Analysen zeigten, dass der Versorger dieses Ziel nicht allein über die Sach- und Dienstleistungskosten erreichen kann. Deshalb umfasst das Sparpaket auch Personalmaßnahmen.

Der Betriebsrat begleitet das Verfahren umfassend. Natürliche Fluktuation sowie altersbedingte Personalentwicklungen tragen ebenfalls zu den Einsparungen bei. Um das gesteckte Einsparziel zu erreichen, ist dieser Effekt jedoch weder hoch noch schnell genug.

Die Gründe für die finanzielle Schieflage sieht Fabian Giesder, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Meiningen und zugleich Bürgermeister der Stadt, in der bundesweit angespannten Situation der Energiebranche. "Die Finanzierung der Energiewende mit den nötigen Netzausbauten und Kraftwerken ist nicht gesichert, gleichzeitig gibt es keine Planungssicherheit durch die Politik", sagte er im Interview mit der Zeitung "Freies Wort".

Kooperation als Teil der Lösung

Auch im Interview war die Rede von Kooperationen, etwa mit der TEAG. Als größtes Stadtwerk Thüringens, an dem auch Meiningen durch neue Ortsteile beteiligt sei, sei die TEAG ein interessanter potenzieller Partner – nicht nur strategisch, sondern auch bei der Energiebeschaffung. "Unabhängig von unserem Effizienzprogramm arbeiten wir operativ eng mit anderen großen Energieversorgern zusammen.

Gerade bei Großprojekten werden wir uns mit großen Partnern noch weiter verzahnen", erläuterte der Stadtwerkesprecher auf ZFK-Nachfrage. Die angepasste Unternehmensstruktur hat im vergangenen Jahr die Weichen für die Zusammenarbeit gestellt. Sie ermöglicht nun eine Partnerschaft, wobei das Stadtwerk komplett in kommunaler Hand verbleibt.

Das Effizienzprogramm soll die Grundlage dafür schaffen, dass das Unternehmen ab 2027 wieder positive Jahresergebnisse schreibt. Erklärtes Ziel von Aufsichtsrat und Geschäftsleitung ist es, den kommunalen Auftrag langfristig wirtschaftlich zu erfüllen, erforderliche Investitionen in Energienetze und Erzeugungsanlagen wieder verlässlich zu finanzieren und kommunal selbstständig zu bleiben. "Nur so können einerseits die Anforderungen der Energiewende umgesetzt, gleichzeitig aber auch faire und günstige Preise für die Meininger Bürger angeboten werden", sagte der Unternehmenssprecher weiter.

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