Die Mobilfunknetzbetreiber müssen für den neuen Standard 5G wesentlich mehr Masten und Antennen aufbauen, als dies bei dem ursprünglichen Mobilfunknetz der Fall ist. Einige Branchenschätzungen gehen davon aus, dass bis zu 450 000 5GSendeanlagen benötigt werden. "Um den flächendeckenden 5G-Ausbau zu realisieren, müssen die Mobilfunknetzbetreiber mit zahlreichen Stakeholdern sprechen und sich einigen", merkt Ralf Gerbershagen an.
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Der Geschäftsführer des 5G-Synergiewerks (5G-SW) bringt es so auf den Punkt: "Die Betreiber sind voll ausgelastet, wenn nicht gar teilweise überlastet." Die aktuelle Situation wollen die Energieversorgung Lohr-Karlstadt, Erdgas Schwaben, LKW Kitzingen, Stadtwerk Tauberfranken, Stadtwerke Bad Hersfeld und Stadtwerke Herford nutzen: Als Initiatoren haben sie diese Geschäftsidee in den letzten Monaten gemeinsam weiterentwickelt und viele Gespräche mit Geschäftsführer- Kollegen aus der Branche geführt. Bereits rund 30 weitere Versorger aus dem Bundesgebiet haben die Absicht erklärt, als Partner beizutreten.
Geschäftsmodell ist modular aufgebaut
Die Ende April gegründete 5G-Synergiewerk GmbH möchte nun mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Geschäftsmodell hat einen modularen Aufbau. In der Basis-Variante hilft die 5G-SW den Mobilfunknetzbetreibern, Standorte für ihre Masten zu finden, vergleichbar mit der Rolle eines Maklers. "Wir erarbeiten deshalb einen strategischen Plan, wie wir die gewünschten Standorte der Mobilfunknetzbetreiber mit den kommunalen Möglichkeiten zusammenführen", sagt Gerbershagen.
Exemplarisch geschehe dies über die GIS-Systeme, bei welchen die relevanten Liegenschaften entnommen würden. Damit baut das Unternehmen eine eigene Datenbank auf. Die Anzahl der Standorte von Stadtwerken oder ihren kommunalen Anteilseignern, Schwesterunternehmen oder Industriekunden ist beinah unendlich wie exemplarisch: Betriebsgelände, Trafostationen, kommunale Liegenschaften, ÖPNV-Stationen, Straßenlaternen oder Industriegebäude.
Smart City: Auch die Wünsche der Kommunen werden berücksichtigt
Damit ist das zugrunde liegende Geschäftsmodell aber nicht zu Ende. "Wir starten bei der Bereitstellung der passenden Liegenschaft bis hin zur Versorgung mit Strom und Glasfaser. Dann können wir die Standorte vermieten oder wir bauen Masten und Antennen stellvertretend auf und bieten diese den Mobilfunkbetreibern ebenso an", zeigt der 5G-SW-Geschäftsführer auf, der studierter Diplom-Ingenieur ist und aus der Telekommunikationsbranche kommt.
Parallel dazu fließen die kommunalen Interessen mit ein: Denn auch die zeitgleiche Entwicklung zur Smart City sei über die neuen "Technologiestandorte" realisierbar. "Zudem können wir an den Antennenstandorten neben 5G ebenso kommunale Sensorik oder LoRaWAN-Gateways mitinstallieren", ergänzt der Diplom-Ingenieur. (gun)
