Bernd Reichelt ist seit 2023 Geschäftsführer der Stadtwerke SH. Zuvor war er Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen und der Stadtwerke Menden.

Bernd Reichelt ist seit 2023 Geschäftsführer der Stadtwerke SH. Zuvor war er Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen und der Stadtwerke Menden.

Bild: © Stadtwerke SH

Steigende Komplexität, Investitionsdruck, die Digitalisierung und der Fachkräftemangel – das sind nur einige der großen Herausforderungen, vor denen die Stadtwerkebranche steht. Kooperationen mit anderen Kommunalversorgern und auch mit Partnern außerhalb der Branche werden immer wichtiger, um wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Geschäftsfelder zu erschließen und auszubauen.

Letzteres ist auch das Ziel des Ende 2025 gegründeten Telekommunikations- und Glasfaseranbieters Nord Connect mit Sitz in Neumünster. Mit Nord Connect bündeln die Stadtwerke Neumünster (SWN) und die Stadtwerke SH den Betrieb und Vertrieb ihrer Glasfaser- und Telekommunikationsangebote.

Die Netze bleiben im Eigentum der kommunalen Unternehmen und wurden langfristig an Nord Connect verpachtet. "Das Glasfaser- und Telekommunikationsgeschäft ist für die Stadtwerke SH ein wachsendes strategisches Geschäftsfeld", erklärt Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke SH. Er leitet gemeinsam mit Fabian Bühring von den Stadtwerken Neumünster die Nord Connect.

Bündelung von Kompetenzen, gemeinsame Plattform

Die Stadtwerke SH bringen rund 20.000 Kundinnen und Kunden in Nord Connect ein. Gemeinsam mit den SWN entstehe damit das größte Glasfasernetz Schleswig-Holsteins mit über 320.000 erreichbaren Haushalten und rund 120.000 Kundinnen und Kunden. "Die Kooperation bündelt technische Kompetenzen und Know-how, schafft Effizienz durch gemeinsame Plattformen und stärkt den offenen Netzzugang im Sinne von Open Access", verdeutlicht Reichelt. Über das Modell und erste Erfahrungen wird Reichelt am zweiten Tag des diesjährigen VKU-Stadtwerkekongresses am 17. September in Berlin in einem Kurzvortrag berichten.

Gemeinsames Ziel, klare Rollen

Neben Kostensenkungen könne man den Kundinnen und Kunden zudem einheitliche, moderne Telekommunikationsangebote unterbreiten. Die rund 124 Mitarbeitenden der SWN arbeiten bereits offiziell im neuen Gemeinschaftsunternehmen, die 20 Mitarbeitenden der Stadtwerke SH folgen im September.

Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Kooperation sei die Zusammenführung unterschiedlicher Strukturen, Prozesse und technischer Systeme gewesen, so Reichelt weiter. "Entscheidend für den Erfolg war der partnerschaftliche Austausch auf Augenhöhe und das gemeinsame Ziel, eine langfristig tragfähige Lösung zu schaffen. Genau das haben wir erreicht", resümiert der Geschäftsführer.

Generell seien auch klare Rollen sowie Vertrauen und Transparenz essenziell für den nachhaltigen Erfolg einer Kooperation. Entscheidend sei zudem, die jeweiligen Stärken der Partner gezielt zu bündeln. Eine Kooperation funktioniere dann dauerhaft gut, wenn beide Seiten offen miteinander arbeiten, Verantwortung übernehmen und das gemeinsame Ziel über Einzelinteressen stellen.

Das Interesse an einem Einstieg weiterer Unternehmen bei Nord Connect sei groß. "Wir befinden uns in Gesprächen mit verschiedenen Kommunalversorgern und privaten Unternehmen, und diese Gespräche entwickeln sich sehr positiv", bestätigt Reichelt.

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