Die Hauptverwaltung der staatlichen Förderbank KfW in Frankfurt.

Die Hauptverwaltung der staatlichen Förderbank KfW in Frankfurt.

Bild: © KfW

Die staatliche Förderbank KfW hat im vergangenen Jahr ihr Fördervolumen im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden in diesem Segment Förderungen im Umfang von 26,9 Mrd. Euro (2019: 11,2 Mrd. Euro) zugesagt.  

Große Nachfrage verzeichnet auch der erst Ende November eingeführte, neue Investitionszuschuss für Ladestationen bei Wohngebäuden für Elektroautos (private Ladeinfrastruktur). Bis Jahresende wurden 140.000 Zusagen über insgesamt 100 Mio. Euro. erteilt.

Neuer Rekordwert bei Gesamt-Fördervolumen

Allgemein waren die Kredite der KfW im Corona-Krisenjahr 2020 so begehrt wie nie. Das Fördervolumen des Instituts stieg im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent auf den Höchstwert von 135,3 Milliarden Euro. «Nie zuvor waren wir als Förderbank auf diese Weise gefordert», bilanzierte Vorstandschef Günther Bräunig am Dienstag in Frankfurt.

Im Inland hat sich das Fördervolumen mehr als verdoppelt auf den Rekordwert von 106,4 Milliarden Euro. Davon entfielen mehr als 46 Milliarden Euro auf Corona-Hilfsprogramme. Etwa 32 Milliarden Euro davon wurden bereits ausgezahlt.

Bräunig sprach von einem «absoluten Ausnahmejahr». Zeitweise habe alle 7 Sekunden im Info-Center das Telefon geklingelt. Alle 49 Sekunden sei eine E-Mail beantwortet worden, bis zu 10.000 Anfragen am Tag hätten KfW-Mitarbeiter bearbeitet. Das sei in etwa 15 Mal so viel wie in normalen Zeiten. «Das zeigt, dass die Modernisierung unserer IT wirklich Früchte getragen hat», sagte der im Sommer aus Altersgründen scheidende Vorstandschef. Die Suche nach einem Nachfolger sei angelaufen.

Historischer Wert

In Deutschland sagte die KfW im vergangenen Jahr insgesamt rund eine Million Kredite, Zuschüsse und andere Finanzierungen zu - ebenfalls ein historischer Wert. Zum Vergleich: In den Jahren 1990 bis 2000 gab es knapp 850 000 Zusagen für den gesamten Aufbau Ost.

In der Bilanz der Bankengruppe hinterließ die Krise allerdings deutliche Spuren. Nach einem Gewinn von rund 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2019 dürfte das Plus im Gesamtjahr 2020 deutlich geringer ausgefallen sein. «Wir werden definitiv mit Gewinn abschließen und es wird auch ein bisschen mehr sein als wir im dritten Quartal hatten», sagte Finanzvorstand Bernd Loewen. Die genauen Zahlen will die Förderbank am 25. März veröffentlichen.

Zum 30. September hatte die KfW einen Gewinn in Höhe von 145 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahreszeitraum: 1,245 Mrd. Euro). Vor allem Bewertungsabschläge auf Beteiligungen und eine gestiegene Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite belasteten. (hoe/dpa)

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