Die Bilanz kann sich sehen lassen: Über 123000 Euro an Spendengeldern wurden seit Mai vergangenen Jahres über die Crowdfundingplattform des VKU-Verlags für gemeinnnützige Projekte eingesammelt. Auf der Plattform können Iniitiatoren von Projekten ihre Vorhaben bewerben. Ziel ist es, innerhalb einer vorgegebenen Frist, finanzielle Unterstützung zu mobilisieren, so dass eine vorab festgelegte Spendensumme zustande kommt. Sechs VKU-Mitglieder nutzen mittlerweile das White-Label-Produkt für das Sponsoring, die Mehrzahl davon noch nicht Mal ein Jahr. Der Grundtenor ist aber überall sehr positiv.
"Einerseits hilft uns das Crowdfunding-Angebot, das positive Image zu steigern und Projekte zu finanzieren, die ohne unsere Crowd keine Chance auf Realisierung haben", bringt es Jürgen Schulz, Pressesprecher der Stadtwerke Düren, stellvertretend für alle Beteiligten auf den Punkt. Zugleich entlaste die Crowd mittelfristig das Sponsoring- und Spendenbudget. Zudem sei die Plattform ein gutes Beispiel dafür, wie die Stadtwerke Düren ihr Unternehmensmotto "Für dich. Für Düren" auch real leben und verstehen. "Die Crowd ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber den zahlreichen Wettbewerbern", so Schulz.
Berlin Recycling: "Crowdfunding ist die Zukunft"
Dass das klassische Sponsoring von gemeinnützigen Projekten und Vereinen langfristig durch das Crowdfunding zu einem Auslaufmodell wird, so weit will die Mehrheit der befragten Projektverantwortlichen der beteiligten Stadtwerke aber nicht gehen. Am meisten Ausbaupotenzial sehen die Stadtwerke Menden. Sie wolllen in den kommenden Jahren ihr Förderbudget ausschließlich über die Menden Crowd vergeben und immer mehr Abstand vom pauschalen Sponsoring nehmen. "Crowdfunding ist die Zukunft", heißt es beim Entsorgungsunternehmen "Berlin Recycling". Der Trend sollte mehr in diese Richtung gehen. "Hier profitiert ein Verein oder eine Privatperson von der Gemeinschaft", sagt Jessica Kaiser. Je mehr Leute davon sprechen und letztendlich auch spenden, desto mehr Geld komme zum Schluss zusammen. "Das ist im Grunde viel einfacher, als mehrere Firmen auf ein Projekt anzusprechen und nach Sponsoring zu fragen", sagt Kaiser.
Leipziger Gruppe: "Zusätzliches Angebot in unserer Sponsoringkommunikation"
Die Stadtwerke Bielefeld sehen die Crowd als "einen wichtigen Bestandteil unseres Sponsoringkonzeptes" und als eine Plattform, die Bielefeld ein Stück lebenswerter macht. "Das klassische Sponsoring wird aber nicht komplett abgelöst durch Crowdfunding", sagt Yvonne Liebold aus der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Bielefeld. Trotzdem hätten sich die Zeiten gändert. Die Unternehmen achteten jetzt stärker auf Gegenleistungen, da insgesamt weniger Projekte gefördert würden. Die Leipziger Gruppe sieht im Crowdfunding ein zusätzliches Angebot in "unserer Sponsoringkommunikation, da wir nicht alle Anfragen positiv be antworten können". Man integriere das Thema in die Korrespondenz und auf den Social Media-Kanälen oder bei Veranstaltungen. Das Crowdfunding sei ein neues Instrument im Sponsoringbereich, aber auch das klassische Sponsoring werde künftig Bestand haben.
Stadtwerke Düren: "Noch ein langer Weg zu gehen"
Etwas verhaltener fällt die Einschätzung bei den Stadtwerken Düren aus. "Die Düren Crowd kann einen Teil des klassischen Sponsoringbudgets auffangen", ist Pressesprecher Jürgen Schulz überzeugt. Es sei aber noch ein langer Weg zu gehen, bis auch die Bereitschaft der nach Unterstützung anfragenden Vereine und Organisationen, eine solche Plattform aktiv für die eigenen Belange zu nutzen, signifikant steige. "Die bislang gemachten Erfahrungen zeigen, dass die Kümmerer dafür den Vereinen mehr und mehr verloren gehen", so Schulz. Umso mehr sei eine stetige kommunikative Begleitung des Angebots von Seiten der Stadtwerke notwendig.
Wemag: "Crowdfunding entspricht dem Zeitgeist"
Erst seit April nutzt der Schweriner Flächenversorger Wemag die Crowdfunding-Plattform, aktuell sind dort drei Projekte eingestellt. "Seit der Live-Schaltung hat uns viel Zuspruch errreicht", sagt Wemag-Sprecherin Diana Kuhrau. Sowohl von den Mitarbeitern als auch von den Bürgermeistern der Anteilseignergemeinden. "Und natürlich von den Projektstartern selbst, die uns bestätigt haben, dass wir mit der Crowdfunding-Plattform dem Zeitgeist entsprechen", so Kuhrau. Die Digitalisierung erfordere auch neue, moderne Arten der Kundenansprache. (hoe)
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Eine Bilanz des Crowdfunding-Projekts bei den beteiligten Stadtwerken finden Sie in der Maiausgabe der ZfK.
