Elmar Burgard ist seit Anfang Juli Geschäftsführer der Stadtwerke Ahrensburg in der Metropolregion Hamburg.

Elmar Burgard ist seit Anfang Juli Geschäftsführer der Stadtwerke Ahrensburg in der Metropolregion Hamburg.

Bild: © Fotostudio Lichtliebe Volksdorf/Stadtwerke Ahrensburg

Mit den Stadtwerken Teterow aus Mecklenburg-Vorpommern hat jüngst bereits ein kleineres Stadtwerk sein Glasfasergeschäft zum Verkauf gestellt. Die Stadtwerke Ahrensburg in der Nähe von Hamburg sind noch nicht ganz so weit, prüfen jetzt aber, "ob ein wirtschaftlich sinnvoller Ausstieg realisierbar ist", heißt es in einer Pressemitteilung. Grundlage ist ein Beschluss des Aufsichtsrats. Man sei in Gesprächen mit möglichen Partnern. Eine Entscheidung werde bis spätestens Ende 2026 erwartet. Eine Trennung von dem Geschäftsfeld werde aber nur dann umgesetzt, wenn sie für die Stadtwerke wirtschaftlich verantwortbar sei. "Bestandskunden sind in jedem Szenario gesichert", versichert der Kommunalversorger.

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Das Unternehmen hatte sich Ende Juni von seiner langjährigen Geschäftsführerin Julia Fest getrennt. Gründe für die Trennung wurden offiziell nicht genannt. Die Lokalpresse hatte von Liquiditätsproblemen und einer Bürgschaft der Stadt berichtet. Für das vergangene Geschäftsjahr 2025 werden offenbar rote Zahlen erwartet. Fast zeitgleich am 1. Juli wurde mit Elmar Burgard, dem früheren Geschäftsführer der Stadtwerke Werdau und Gotha, ein Nachfolger präsentiert. Seit dem 15. Juli wird die neue Führung zudem durch Sven Braukmüller als kaufmännischen Leiter ergänzt. Braukmüller verfügt über langjährige Erfahrung in Finanzierung und kaufmännischer Prozessberatung und war zuletzt im Erneuerbarenbereich tätig.

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Handlungsbedarf bei Prozessen und Schnittstellen

Burgard zog am Donnerstag (20. August) nach erst acht Wochen eine erste Bilanz. Mit Spannung war dabei vor allem die Zukunft des strategisch wichtigen Fernwärmeprojekts Reeshoop und des Freizeitbades Badlantic erwartet worden.

Eine erste Idee davon, was in Ahrensburg optimierungsfähig ist, lieferte die erste Analyse des neuen Führungsduos. Offenbar geht es vor allem um das Thema kaufmännische Steuerung und Unternehmensführung. Burgard und Braukmüller sehen vor allem konkreten Handlungsbedarf bei Prozessen, Schnittstellen und der wirtschaftlichen Steuerung sowie bei professionellen Reportingprozessen in einzelnen Geschäftsfeldern.

"Die Stadtwerke Ahrensburg verfügen über eine gute Basis. Gleichzeitig stehen wesentliche Veränderungen an. Die ersten Wochen habe ich genutzt, um genau hinzusehen und zuzuhören – jetzt entstehen daraus konkrete Maßnahmen und eine langfristige Entwicklungsperspektive", sagte Burgard

Die enge Einbindung von Stadt und Aufsichtsrat sei dabei ausdrücklich Teil des Konzepts, heißt es. Die Geschäftsführung verstehe ihre Rolle darin, belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, Chancen und Risiken transparent darzustellen und gemeinsam getroffene Entscheidungen konsequent umzusetzen.

Fernwärmeprojekt wird fortgesetzt

Das wichtige Wärmewendeprojekt wird laut Pressemitteilung planmäßig fortgesetzt. Die Gesamtinvestition liegt bei rund 30 Millionen Euro, die Fördermittelquote bei rund 38 Prozent. Rund 23 Gigawattstunden klimaneutrale Wärme sollen dort nach Fertigstellung erzeugt werden. Das ist ein Schlüsselprojekt für den reinen Gas-Grundversorger, der perspektivisch wegbrechende Erlöse im Gasvertrieb durch den Ausbau dieses Geschäftsfeldes kompensieren will und muss. "Die Wärmeversorgung ist das zentrale strategische Zukunftsfeld", heißt es denn auch in der Pressemitteilung des Kommunalversorgers.

Der neue Geschäftsführer Elmar Burgard verfolgt nach eigenen Angaben im Wärmebereich einen integrierten Ansatz: Erzeugung, Wärmenetze, Stromversorgung, Speicher und Betriebswirtschaftlichkeit werden als Gesamtsystem bewertet.

Digitalisierung und Freizeitbad im Fokus

Parallel treibt das Unternehmen Digitalisierung und Automatisierung voran. Der Aufbau eines integrierten, kennzahlenbasierten Managementreportings soll interne Steuerung und Berichterstattung gegenüber dem Aufsichtsrat auf eine neue Grundlage stellen.

Für das Freizeitbad Badlantic läuft auf Ebene der Stadt ein Interessenbekundungsverfahren. Ziel ist die Sichtung möglicher alternativer Betreibermodelle. Die Stadtwerke sichern den laufenden Betrieb bis zu einer Entscheidung. Der Kommunalversorger hatte das defizitäre Bad erst vor einigen Jahren von der Stadt übernommen.

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