Die Umsatzerlöse der bislang in Potsdam ansässigen Energie Mark Brandenburg GmbH (EMB) sanken im Geschäftsjahr 2017 auf 247,2 Mio. Euro, 2016 hatten noch 271,1 Mio. Euro in den Büchern gestanden. Der Jahresüberschuss ging auf 15,5 Mio. Euro zurück, im Vorjahr waren 20,1 Mio. Euro erlöst worden. Grund für den Rückgang waren vor allem Sonderabschreibungen auf Beteiligungen im Netzbereich und ein höherer Aufwand für Steuern. Die Gesamtinvestitionen des Versorgers beliefen sich 2017 auf rund 17,8 Mio. Euro.
Der Gasabsatz lag mit fast 5,2 Mrd. kWh unter dem Vorjahresniveau von rund 5,7 Mrd. kWh. Witterungsbedingte Einflüsse und verändertes Verbrauchsverhalten schlugen sich hier nieder, sodass die EMB in dieser Sparte der Absatz zurückging. Fast 2000 neue Erdgas-Hausanschlüsse konnten eingerichtet werden. Der Stromabsatz stieg dagegen deutlich auf rund 241 Mio. kWh; 2016 wurden nur 151,1 Mio. kWh abgesetzt. Die Absatzsteigerungen ergaben sich, weil Geschäftskunden hinzukamen und das Geschäft mit den regionalen Stadtwerken besser lief.
Frischer Wind durch neue Zentrale?
Die EMB wird ihren Firmensitz zum Jahresanfang 2020 von Potsdam nach Michendorf verlegen. Auf dem ehemaligen Teltomat-Gelände im neuen Ortszentrum der 12500-Einwohner-Gemeinde wird der Energieversorger ein auf seine Bedürfnisse exakt zugeschnittenes Bürogebäude beziehen.
Zugleich orientiert sich die EMB noch mehr in kommunale Richtung: Im Jahr 2017 hat die EMB als regionaler Energiepartner die Gründung des kommunalen Energieeffizienznetzwerkes EMB-KEEN initiiert, das erste im Land Brandenburg, das gemeinde- und landkreisübergreifend arbeitet. Seit gut einem Jahr entwickeln dort zehn Kommunen aus Westbrandenburg gemeinsame Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs.
Erneuerbare Energien als Treiber
Mit dem Kauf einer Biogasanlage in Rhinow, der im Juli 2017 getätigt wurde, ist die EMB in die Fernwärmeversorgung eingestiegen. Das entsprechende Heizhaus wurde zum Jahresbeginn 2018 übernommen, jährlich können circa vier Mio. kWh Strom erzeugt und eingespeist werden. Mit der Abwärme der Blockheizkraftwerke werden wiederum 200 Rhinower Wohnungen sowie eine Turnhalle beliefert. Auch in Michendorf strebt die EMB die Nahwärmeversorgung des zu entwickelnden Ortszentrums an.
Auch bei der Elektromobilität konnte ein Anfang gemacht werden. Die EMB hat Mitte November 2017 in Schönwalde-Glien eine erste öffentliche Elektro-Ladesäule in Betrieb genommen. Weitere Ladesäulen sollen folgen, um sichtbare Anreize für die Nutzung von E-Mobilität zu schaffen. Gleichzeitig bietet die EMB Ladelösungen für Gewerbe- und Industriebetriebe auf deren Firmengeländen an und bereitet entsprechende Angebote für Privatkunden vor. (sig)
