Von Artjom Maksimenko
Laut einer Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen AG (Ageb) wird sich der Energieverbrauch im Jahr 2024 auf 10.478 Petajoule (PJ) oder 357,5 Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) belaufen. Das bedeutet im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 1,3 Prozent und um 30 Prozent gegeüber dem Höchststand 1990 (14.905 PJ).
Ein Grund sei die wärmere Witterung, die den raumwärmeabhängigen Teil des Energieverbrauchs gemindert hat. Ohne diesen Faktor wäre der Energieverbrauch lediglich nur um etwa 1 Prozent gesunken.
Keine Konjunktureffekte
Die Erholung der Konjunktur blieb auch 2024 weitgehend aus. Hier konnte Ageb deshalb keine wesentlichen "verbrauchssteigernden Effekte" feststellen. Für Verbrauchszuwächse sorgten dagegen nach Einschätzung der Ageb das anhaltende Bevölkerungswachstum sowie sinkende Energiepreise.
Außerdem führen statistische Sondereffekte als Folge des Ausstiegs aus der Kernenergie und des schrittweisen Ersatzes fossiler Energien in der Stromerzeugung durch erneuerbare zu zusätzlichen Primärenergieeinsparungen, erklärte die Ageb.
Erdgas wettbewerbsfähig
Während der Verbrauch von Mineralöl 2024 um 0,8 Prozent auf 130,7 Millionen Tonnen SKE zurückging, legte der Erdgasverbrauch um gut 3 Prozent auf 92,5 Millionen Tonnen SKE zu. Das führt die Ageb vor allem auf das gesunkene Preisniveau zurück. Mehr Erdgas haben vor allem energieintensive Industriezweige verbraucht. Aber auch Haushalte sowie die Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen haben ihren Verbrauch gesteigert. Bei der Stromerzeugung wurde zudem etwa 1 Prozent mehr verbraucht, für die Fernwärmeerzeugung wurden um 3 Prozent mehr Erdgas eingesetzt.
Deutlich rückläufig war 2024 hingegen der Kohleverbrauch. Im Kraftwerkssektor wurde um 12,5 Prozent weniger Steinkohle eingesetzt. Der reduzierte Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken erfolgte infolge einer insgesamt gesunkenen Stromerzeugung aus Kohle. Das begründen die Ageb-Experten mit einer höheren Erneuerbarenmenge sowie den höheren Stromimporten aus den Nachbarländern. Auch der Braunkohleeinsatz sank deutlich um 10,6 Prozent und lag damit bei 27,3 Millionen Tonnen SKE.
Der Beitrag der Erneuerbaren zum gesamten Energieverbrauch erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 71,5 Millionen Tonnen SKE. Diese Entwicklung beruhe insbesondere auf einer Zunahme der Stromproduktion aus Wasserkraft und Photovoltaik, während die Windstromerzeugung wetterbedingt auf Vorjahresniveau verharrte. Insgesamt stieg der Beitrag erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung um 4 Prozent.
CO2-Emissionen rückläufig
Im nationalen Energieträgermix dominierten wie in den Jahren zuvor auch 2024 die Energieträger Mineralöl (36,6 Prozent) und Erdgas (25,9 Prozent). Mit einem Anteil von 20 Prozent haben die Erneuerbaren ihre dritte Position gefestigt. Stein- und Braunkohle deckten jeweils nur noch etwa 7 Prozent des inländischen Energieverbrauchs.
Die Veränderungen in der Struktur des Energieverbrauchs haben laut Ageb zu einer Einsparung der energiebedingten CO2-Emissionen in Höhe von mindestens 17 Millionen Tonnen geführt. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 3 Prozent.
