Stefan Dohler ist seit 2018 EWE-Chef.

Stefan Dohler ist seit 2018 EWE-Chef.

Bild: © EWE

EWE plant die Trennung von seinen polnischen Gesellschaften. Eine entsprechende Vereinbarung unterschieb das Energieunternehmen am Donnerstag mit Eesti Gaas.

Die Oldenburger wollten sich auf die Transformation in ihren Kernregionen konzentrieren, hieß es in einer EWE-Mitteilung.

Eesti Gaas aus Tallinn gehöre zu den größten privaten Energieunternehmen in der baltisch-finnischen Region und soll nun alle EWE-Tätigkeiten in Polen übernehmen. Das Unternehmen ist Teil der estländischen Investmentgesellschaft Infortar.

Als zweitgrößter privater Netzbetreiber Polens betreibe EWE Polska ein Erdgasverteilnetz von 2316 Kilometern Länge in Westpolen und versorgt mehr als 25.000 Kunden mit Erdgas und Strom.

Portfolioentscheidungen für Energiewende

"EWE hat sich zum Ziel gesetzt, seine Investitionen in eine zunehmend klimaneutrale und stärker digitalisierte Energiezukunft deutlich zu erhöhen", erklärt Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender.

Hierzu fokussiere sich EWE einerseits auf definierte strategische Wachstumsfelder wie beispielsweise den Ausbau erneuerbarer Energien und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und andererseits auf seine Kernregionen, in denen EWE besondere Verantwortung für das Gelingen der Transformation trage. "Damit geht einher, dass wir auch Portfolioentscheidungen treffen."

Nach der Transaktion der türkischen Geschäfte in 2019 und der nun vereinbarten Veräußerung der polnischen Gesellschaften gäbe es bei EWE keine weiteren Auslandsbeteiligungen an fossilen Unternehmen, erklärte EWE auf Anfrage.

Eesti Gaas will wachsen

EWE Polska ergänze das Kerngeschäft und die Wachstumsambitionen von Eesti Gaas, so dass der Eigentümerwechsel dem Unternehmen auf dem polnischen Energiemarkt neue Wachstumschancen eröffnen könnte, so Dohler.

"Unser Ziel ist es, über die baltisch-finnische Region hinaus nach Mittel- und Westeuropa zu expandieren", sagt Ain Hanschmidt, CEO von Infortar und Vorsitzender des Aufsichtsrates von Eesti Gaas. "Der Erwerb eines Energieunternehmens in Polen verschafft uns den notwendigen Schwung in diesem großen und wichtigen wachsenden Gasmarkt und sichert gleichzeitig einen zusätzlichen stetigen Cashflow für die Aktionäre des Unternehmens."

Kartellbehörde muss noch zustimmen

Der Abschluss der Transaktion erfordert noch die Genehmigung der polnischen Wettbewerbsbehörde sowie die Zustimmung des Aufsichtsrats der EWE. Der Konzern rechnet mit einem Closing zum Jahreswechsel. (pfa)

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