Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Der finnische Großaktionär Fortum will nach einer kontroversen Hauptversammlung des Energiekonzerns Uniper Gespräche mit dem Düsseldorfer Unternehmen über eine mögliche Zusammenarbeit wieder aufnehmen. Fortum habe sich nach der Hauptversammlung mit Uniper-Vertretern der Arbeitnehmerseite, dem neuen Management um Konzernchef Andreas Schierenbeck sowie dem Aufsichtsrat getroffen, erklärte Fortum-Konzernchef Pekka Lundmark bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Freitag im finnischen Espoo. Man habe sich darauf verständigt, die Gespräche über den künftigen Umgang miteinander «wieder aufzunehmen.»

Zusammen könnten Fortum und Uniper eine führende Rolle bei der europäischen Energiewende spielen. Am Donnerstag hatten Uniper-Arbeitnehmervertreter allerdings vor einer feindlichen Übernahme durch Fortum gewarnt.

Fortum hat 49,99 Prozent an Uniper

Uniper ist einer der großen europäischen Stromerzeuger. In Deutschland betreibt er zahlreiche Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke. Der frühere Mutterkonzern Eon hatte seine Restbeteiligung an Uniper von rund 47 Prozent im vergangenen Jahr gegen den Widerstand des Uniper-Managements an Fortum verkauft. Die Finnen haben ihren Anteil an Uniper mittlerweile auf 49,99 Prozent erhöht.

Auf der Uniper-Hauptversammlung Ende Mai war die Entlastung der Vorstände auf Betreiben Fortums vertagt worden. Im Hintergrund stand der Verdacht, das Uniper-Management habe in Russland aktiv gegen eine Übernahme durch Fortum gearbeitet.

Funkstille nach Rücktritten im Uniper-Vorstand

Uniper-Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg hatte daraufhin von einem «Misstrauensvotum» gesprochen. Die beiden Uniper-Vorstände Eckhardt Rümmler und Keith Martin, die zuvor die Gespräche mit Fortum über eine künftige Zusammenarbeit geführt hatten, waren daraufhin zurückgetreten. Zuvor hatten bereits Finanzvorstand Christopher Delbrück sowie Konzernchef Klaus Schäfer ihren Abschied eingereicht. Seitdem herrschte Funkstille zwischen Uniper und Fortum. (hp/dpa)

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