Marktplatz und Rathausturm von Gera

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Bild: © Sina Ettner/Adobe Stock

Zwölf Jahre nach dem Insolvenzantrag ist das Verfahren der Stadtwerke Gera AG abgeschlossen. Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat in der abschließenden Verteilung 65,4 Millionen Euro an die Gläubiger ausgezahlt. Davon entfielen 12,1 Millionen Euro auf nachrangige Forderungen – Ansprüche, die erst nach anderen Gläubigergruppen berücksichtigt werden. Nach der vollständigen Befriedigung der Gläubiger erhält die Stadt als Gesellschafterin zusätzlich rund 6,5 Millionen Euro. Jaffé teilte dies nach dem Schlusstermin am Amtsgericht Gera mit.

Die Stadtwerke Gera hatten am 27. Juni 2014 Insolvenzantrag gestellt. In der Holding waren die Beteiligungen der Stadt gebündelt. Sie waren unter anderem für Energieversorgung, öffentlichen Personennahverkehr, Wohnungsbau und Entsorgung zuständig. Die Unternehmen beschäftigten rund 1000 Menschen und setzten zusammen etwa 200 Millionen Euro um.

1000 Arbeitsplätze wurden gesichert

Die Insolvenzverwaltung hatte die Betriebe nach Jaffés Angaben gemeinsam mit dem Gläubigerausschuss, der Stadt Gera und dem Land Thüringen stabilisiert. So habe sich ein Zusammenbruch der Beteiligungen und damit eine Gefährdung der öffentlichen Grundversorgung vermeiden lassen. Es sei ihm außerdem gelungen, die 1000 Arbeitsplätze zu sichern, teilte Jaffé mit

Für alle operativ tätigen Tochtergesellschaften fand die Verwaltung Lösungen für den Weiterbetrieb. Veolia übernahm Anteile an den Geraer Umweltdiensten. Die Stadtwerke-Anteile an der Wohnungsbaugesellschaft GWB Elstertal gingen 2016 über den Tisch. Engie Deutschland übernahm 2017 die Anteile an der Energieversorgung Gera und den Kraftwerken Gera. Die übrigen Anteile an den Geraer Umweltdiensten wurden im April 2021 verkauft.

Auch das eigenständige Insolvenzverfahren des Geraer Verkehrsbetriebs endete in diesem Jahr mit einer vollständigen Befriedigung der Gläubiger. Der Überschuss aus diesem Verfahren floss an die Stadtwerke. Die Sanierung des Verkehrsbetriebs habe zudem die Neuorganisation des Nahverkehrs in der Stadt ermöglicht.

Jaffé bezeichnete die vollständige Auszahlung an die Gläubiger sowie den Fortbestand der operativen Unternehmen und Arbeitsplätze als außergewöhnliches Ergebnis. Zum Vergleich führt er an, dass Gläubiger bei Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Durchschnitt nur 5 bis 10 Prozent ihrer Forderungen erhalten.

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