Michael Maxelon stellte als Geschäftsführer der KVV die Bilanz für das Geschäftsjahr 2017 vor. Das Ergebnis übertrifft deutlich die Vorjahreszahlen.

Michael Maxelon stellte als Geschäftsführer der KVV die Bilanz für das Geschäftsjahr 2017 vor. Das Ergebnis übertrifft deutlich die Vorjahreszahlen.

Bild: © Leif Piechowski/KVV

Die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) treibt den Kohleausstieg voran. "Bis 2028 wollen wir Schritt für Schritt aus der Kohleverbrennung weitgehend ausgestiegen sein und investieren dafür in erheblichem Umfang im Rahmen einer langfristigen Strategie", erklärte KVV-Geschäftsführer Michael Maxelon, in Kassel. Ein wichtiger Baustein für den Kohleausstieg ist der jetzt erfolgte Baubeginn einer Klärschlammbandtrocknung am Standort Kraftwerk Kassel an der Dennhäuser Straße.

Ab Anfang 2020 will das KVV-Unternehmen Städtische Werke Energie + Wärme GmbH (EWG) die Klärschlammtrocknung in Betrieb nehmen. Dies bietet laut Maxelon drei Vorteile. Dadurch erhöht sich einerseits der Anteil biogener Brennstoffe beim Betrieb des Fernwärmekraftwerks weiter; zum anderen wird ein Abfallprodukt aus der Abwasserklärung eingesetzt, das nicht mehr wie früher deponiert oder auf die Felder ausgebracht werden dürfe. Zudem spare die KVV bereits im kommenden Jahr durch die Verbrennung von Klärschlamm rund 20.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Ab 2023 ganzjährige Altholznutzung

Derzeit werden im Kraftwerk Kassel jährlich rund 95.000 Tonnen Kohle verbrannt. Um zu 100 Prozent aus der Kohle auszusteigen, sei neben dem Klärschlamm die Verbrennung von weiteren biogenen Sekundärbrennstoffen erforderlich, erklärte Maxelon. Künftig soll deshalb auch Altholz im Kraftwerk Kassel verwertet werden.

Derzeit wird das Altholz noch im Heizkraftwerk Mittelfeld als Brennstoff für die Fernwärme- und Stromproduktion eingesetzt. 2023 soll dieser sanierungsbedürftige Kraftwerksstandort geschlossen werden. Danach werden diese Altholzmengen für die ganzjährige Nutzung als biogener Sekundärbrennstoff im Kraftwerk Kassel aufbereitet.

Kasseler OB: "Realistische Dekarbonisierungsziele entwickeln"

Die Investitionen in das Kraftwerk Kassel belaufen sich bis 2028 sich auf rund 28 Mio. Euro. "Das ist gut investiertes Geld für unseren Umwelt- und Klimaschutz. Es ist Aufgabe der Stadtpolitik, gemeinsam mit unseren kommunalen Unternehmen klare und realistische Ziele zum Kohleausstieg und zur Dekarbonisierung zu entwickeln", sagte Christian Geselle, Kasseler Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der KVV und der EWG.

Das Kraftwerk Kassel an der Dennhäuser Straße erzeugt gleichzeitig Strom und Fernwärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Damit erzielt es bereits heute einen Brennstoffausnutzungsgrad von über 80 Prozent. (hoe)

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