Kräfte bündeln, Kompetenzen stärken: Zwei Stadtwerke im Nordschwarzwald wollen enger zusammenrücken.

Kräfte bündeln, Kompetenzen stärken: Zwei Stadtwerke im Nordschwarzwald wollen enger zusammenrücken.

Bild:© Eva Corbella/Adobestock/KI generiert

Die Stadtwerke Freudenstadt und Altensteig im Nordschwarzwald wollen eine gemeinsame Kooperationsgesellschaft gründen. Sie soll ausgewählte zentrale Aufgaben übernehmen. Beide Versorger sollen als eigenständige kommunale Unternehmen mit ihren Marken, Netzen und regionalen Strukturen bestehen bleiben, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Freudenstadt.

Im Mittelpunkt der geplanten Gesellschaft stehen Dienstleistungen für beide Stadtwerke. Zusammenarbeiten wollen die Unternehmen insbesondere in den Bereichen Netz und Technik, Beschaffung und Vertrieb, Informationstechnologie und gemeinsame Verwaltungsdienste. Auch weitere Dienstleistungen sollen gebündelt werden. Damit wollen die Kommunalversorger Prozesse vereinheitlichen, Fachwissen zusammenführen und Vertretungen bei Urlaub oder Krankheit verlässlicher organisieren.

Gemeinsame Dienste im Mittelpunkt

Die Kooperation soll zudem den Einsatz digitaler Systeme erleichtern und die Organisation gegen Ausfälle und steigende Anforderungen absichern. Die Beteiligten erwarten nachhaltige wirtschaftliche Einsparpotenziale, weil Ressourcen effizienter genutzt und Aufgaben gebündelt werden. Gleichzeitig soll die Gesellschaft zusätzliche Spielräume für Investitionen und Innovationen schaffen. Für die Kundinnen und Kunden soll sich an den bisherigen Ansprechpartnern und der regionalen Verankerung zunächst nichts ändern.

"Dabei geht es ausdrücklich nicht um den Zusammenschluss zweier Stadtwerke, sondern um eine intelligente Zusammenarbeit dort, wo sie sinnvoll ist", sagt Peter Günther, Geschäftsführer der Stadtwerke Freudenstadt. Die Kooperationsgesellschaft schaffe zusätzliche Handlungsspielräume für Investitionen, Innovationen und die weitere Digitalisierung.

Mehr Anforderungen an die Versorger

Hintergrund der geplanten Zusammenarbeit sind wachsende Anforderungen an Stadtwerke. Regulierung, Digitalisierung und die Energiewende erhöhen die Komplexität der Geschäftsprozesse. Zugleich müssen die Unternehmen in Netze, Wärmesysteme, erneuerbare Erzeugung und digitale Infrastruktur investieren. Auch der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte erschwert es, Spezialwissen dauerhaft in jedem Unternehmen selbst vorzuhalten.

"Die Anforderungen an Stadtwerke nehmen kontinuierlich zu. Digitalisierung, regulatorische Vorgaben, die Energiewende und der Fachkräftemangel verlangen nach hoch spezialisierten Kompetenzen", sagt Günther Garbe, technischer Werkleiter der Stadtwerke Altensteig. Durch die Zusammenarbeit könnten die Unternehmen ihr Know-how bündeln, Mitarbeitende gezielter weiterentwickeln und Prozesse effizienter gestalten.

Badenova und Thüga als Partner

An der Gesellschaft beteiligen wollen sich künftig auch Badenova und Thüga. Beide Unternehmen streben eine Beteiligung an und wollen ihre Beratungs- und Dienstleistungsangebote einbringen. Für die Stadtwerke würde dies den Zugang zu zusätzlichem Expertenwissen, zum Erfahrungsaustausch und zu technischen Lösungen eröffnen. Die kommunalen Eigentümer sollen dabei die Kontrolle über ihre Unternehmen behalten.

Gemeinsam beschäftigen die beiden Stadtwerke rund 157 Mitarbeitende. Die Gründung der Kooperationsgesellschaft soll nun politisch und organisatorisch vorbereitet werden.

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