Von Artjom Maksimenko
Der Krefelder SWK-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Überschuss in Höhe von 49 Millionen Euro erwirtschaftet (2023: 83 Millionen Euro). Auch die Umsatzerlöse der SWK gaben von 2,48 Milliarden auf 2,38 Milliarden Euro nach. Dennoch zeigt sich das Unternehmen zufrieden und sieht sich auf dem Weg zu der wirtschaftlichen Normalität.
"Wie schon vor einem Jahr angemerkt, war das vorangegangene Geschäftsjahr 2023 ein ungewöhnlich erfolgreiches Jahr für uns mit einigen außergewöhnlichen Effekten, welche sich nicht wiederholen lassen. Wir nähern uns nun wieder dem Normalniveau", kommentierte SWK-Vorstandsprecher, Carsten Liedtke, die Entwicklung. Der SWK-Konzern hat immerhin den zweithöchsten Jahresüberschuss seiner Geschichte erreicht und führt inklusive Konzessionsabgabe eine Rekordsumme von insgesamt 50,7 Millionen Euro an die Stadt ab.
Zahlreiche Herausforderungen
Unter dem Strich bezeichnete Liedtke das abgelaufene Geschäftsjahr als ereignisreich. Die hohe Wettbewerbsdynamik am Energiemarkt hat dabei zu sinkenden Kundenzahlen geführt, notwendige Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen der Energie- und Wärmewende machten deutlich höhere Investitionen erforderlich.
Den Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) macht das Unternehmen an mehreren Aspekten fest. Zum einen sei dafür der deutlich höhere Jahresverlust bei der Verkehrstochter SWK Mobil verantwortlich, hieß es aus Krefeld. Insgesamt erwirtschaftete die Sparte Verkehr einen Verlust in Höhe von 41,6 Millionen Euro.
Energiesparte schwächelt erwartungsgemäß
Doch auch im Geschäftsfeld Energie & Wasser, zu dem die SWK Energie sowie die bundesweite Vertriebsmarke Lekker Energie gehören, musste SWK deutliche Ergebnisrückgänge hinnehmen. Das Ebit von Lekker Energie betrug demnach 14,4 Millionen Euro (2023: 39,1 Millionen Euro). Der Kundenbestand in Belieferung ging dabei von 413.000 im Vorjahr auf 387.000 zurück. Der Brutto-Umsatzerlös sank von 508,8 Millionen auf 480,7 Millionen Euro. Der Stromabsatz sank durch den Kundenrückgang von 941 Gigawattstunden auf 838 Gigawattstunden. Auch der Gasabsatz sank aufgrund des leichten Kundenrückgangs, aber auch durch Verbrauchseinsparungen auf Kundenseite von 1,342 Terawattstunden auf 1,17 Terawattstunden.
Gründe sind laut SWK eine schwierigere Wettbewerbssituation bei der SWK Energie und der Lekker Energie, in dessen Folge nur im beschränkten Umfang Preisanpassungsmaßnahmen durchgeführt wurden sowie höhere Rückvermarktungsverluste aus dem Gasgeschäft infolge der warmen Witterung im ersten Quartal 2024.
Der Kundenbestand Strom und Gas lag Ende 2024 sowohl bei der SWK Energie als auch der Lekker Energie unter dem Niveau von 2023. Für das Jahr 2025 geht die Lekker Energie von einer Ergebniserwartung auf dem Niveau von 2024 aus. Der Fokus der Gesellschaft liege dabei auf einer werthaltigen Kundenbasis.
Im Geschäftsfeld Energie insgesamt geht die SWK hinsichtlich des operativen Ergebnisses von künftig niedrigeren Durchschnittserlösen in den Sparten Strom und Gas aus. Das Unternehmen rechnet mit sinkenden Beschaffungskosten, die in den Preiskalkulationen berücksichtigt werden und somit zu sinkenden Durchschnittserlösen.
Fokus auf "Non-Commodity"
Wichtig sei daher, auch außerhalb des Kerngeschäftes als Dienstleister tätig zu sein. Im so genannten Non-Commodity-Bereich bietet die SWK mittlerweile mit ihrem "Haus- und Autostrom"-Tarif bereits ein entsprechendes Produkt an, welches dem Kunden das Laden des Elektroautos und des Haushaltstroms daheim über nur einen Zähler ermöglicht – auf Wunsch auch mit der Installation einer passenden Wallbox. Künftig wird die SWK nach eigenen Angaben vermehrt auch auf dem Gebiet der PV-Anlagen-Installation und der Wärmepumpen-Vermarktung auf dem stark wachsenden Markt agieren.



