Stadtwerke haben aktuell große Stufen zu erklimmen. Dabei gibt es noch viele Unsicherheiten, etwa was die weltpolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen angeht.

Stadtwerke haben aktuell große Stufen zu erklimmen. Dabei gibt es noch viele Unsicherheiten, etwa was die weltpolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen angeht.

Bild: © BPawesome/AdobeStock

Neun von zehn Stadtwerken sorgen sich um die Wirtschaftlichkeit ihres Kerngeschäfts, ebenso viele geben an, dass sie Zukunftsinvestitionen nicht aus eigenen Mittel stemmen können. Das zeigt die neue Stadtwerkestudie 2026, die der BDEW gemeinsam mit EY veröffentlicht und die der ZFK vorab vorliegt. Grundlage ist eine bundesweite Befragung von 100 Stadtwerken und regionalen Energieversorgern.

Die Stadtwerkewelt blickt besorgt in die Zukunft, sogar während der Energiekrise war der in der Studie erhobene Geschäftsklimaindex besser.

Große Sorge um das Kerngeschäft

Die größten strategischen Risiken liegen laut den Stadtwerken in drei Bereichen: politische Entscheidungen, Wirtschaftlichkeit des Kerngeschäfts und regulatorische Unsicherheit.

Investitionen auf Rekordniveau – Finanzierung gesucht

Laut der Studie erreicht der Umbau der Energieinfrastruktur eine neue Dimension: Noch nie wurde so viel investiert. Für neun von zehn der befragten Stadtwerke geht der Investitionsbedarf deutlich über das bisherige Niveau hinaus. Ein Viertel der Unternehmen rechnet sogar mit einer Verdreifachung der Investitionen. Besonders hohe Investitionen werden demnach in den kommenden Jahren beim Ausbau der Stromnetze, der Wärmeversorgung sowie bei erneuerbaren Energien erwartet.

Die Energiewende wird damit zunehmend zu einer Finanzierungs- und Strukturierungsaufgabe: "Die Energiewende vor Ort erhöht die regulären Investitionssummen der Stadtwerke um ein Vielfaches", sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Neun von zehn der befragten Stadtwerke erwarten, dass die notwendigen Investitionen zusätzlich durch externe Finanzierungsinstrumente unterstützt werden müssen. "Dies zeigt den Bedarf an neuen, innovativen Finanzierungskonzepten", sagt Andreae. Gleichzeitig werde einmal mehr deutlich: "Unternehmen brauchen verlässliche und investitionsfördernde Rahmenbedingungen sowie langfristige Planungssicherheit."

Stadtwerke stärken ihre finanzielle Leistungsfähigkeit bereits aktiv. Zur Innenfinanzierung setzen sie am häufigsten auf eine Reduktion der Kosten (84 Prozent der Befragten), gefolgt von Gewinnthesaurierung (77 Prozent) und der Optimierung der Investitionsplanung (76 Prozent). Diese Ansätze bilden laut den Studienverantwortlichen eine wichtige Grundlage, stießen jedoch angesichts der Höhe, Dauer und Gleichzeitigkeit der anstehenden Investitionen zunehmend an strukturelle Grenzen.

"Stadtwerke sind das Rückgrat der Energiewende und zentrale Gestalter vor Ort", resümiert Metin Fidan, Industrials & Energy Partner bei EY. "Unsere Stadtwerkestudie 2026 zeigt: Entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung bleiben klare politische Leitplanken, regulatorische Verlässlichkeit und stabile Investitionsbedingungen."

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