Die Geschäftsführer (von links) Hansjörg Spielhoff, Manfred Becker, Olaf Hermes, Urs Reitis und Marco Westphal auf der Dachterrasse des Hauses der Netze.

Die Geschäftsführer (von links) Hansjörg Spielhoff, Manfred Becker, Olaf Hermes, Urs Reitis und Marco Westphal auf der Dachterrasse des Hauses der Netze.

Foto: © Benjamin Westhoff/SWB

"Unser Jahresergebnis zeigt, dass der Umbau des ÖPNV und der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie der Netzinfrastruktur nicht zum Nulltarif zu haben sind", sagt Olaf Hermes mit Blick auf das Konzernergebnis 2022 von minus 1,1 Mio. Euro.

Die SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes und Marco Westphal sowie der BonnNetz-Geschäftsführer Urs Reitis, informierten diese Woche über die Jahresabschlüsse von SWB Energie und Wasser und BonnNetz.

Auch wenn weniger Energie verbraucht wurde und trotz erhöhter Kosten bei der Beschaffung läge das Ergebnis mit einem Plus von 47 Mio. Euro fast im Plan.

"Viele Herausforderungen aus dem vergangenen Jahr können sich auch in 2023 auswirken", erläuterten die Geschäftsführer von SWB Energie und Wasser und BonnNetz. "Wir passen unsere Strategie beim Beschaffen von Strom und Gas an, um in Zeiten der Energiekrise schneller im Sinne unserer Kundschaft reagieren zu können."

Urs Reitis, Geschäftsführer von BonnNetz ergänzte: "Wir müssen uns in den kommenden Jahren dem Fachkräftemangel stellen und gemeinsam mit der Stadt Bonn die kommunale Wärmeplanung in Angriff nehmen."

Vorzeige-Projekte HKW und Elektromobilität

Im Heizkraftwerk-Nord wurde die neue, wasserstofffähige Gasturbine eingebaut. Im Laufe des Jahres 2024 soll sie in Betrieb gehen. Geplant ist ab 2025 Wasserstoff bei der Fernwärmeproduktion zuzuführen. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur schreite voran, erläutern die SWB. Aktuell könne in Bonn an mehr als 220 Ladepunkten Strom geladen werden, bis Ende 2025 soll die Anzahl auf über 600 steigen.

Um den städtischen Klimaplan voranzutreiben, ist außerdem die strategische Zusammenarbeit mit dem Städtischen Gebäudemanagement neu ausgerichtet worden. So soll sichergestellt werden, dass in den kommenden Jahren jedes dafür geeignete städtische Gebäude mit PV-Modulen bestückt wird. Bei der Wärmeleitplanung werden Fernwärmeanschlüsse geplant, und dort wo das nicht möglich ist, andere Heizsysteme identifiziert.

Negativ im Verkehr

Ein Minus von knapp 50 Mio. Euro verzeichnet SWB Bus und Bahn für 2022. Das sei vor allem auf geringe Fahrgastzahlen in 2022 zurückzuführen und auf einen Rückgang der Einnahmen im Zuge des 9-Euro-Tickets.

Parallel dazu schlugen steigende Energie- und Spritkosten zu Buche. Das Ergebnis läge trotzdem deutlich besser als im Plan aufgrund des ÖPNV-Rettungsschirms und somit insgesamt auf Vorjahresniveau.

Krieg und Krise beeinflussen Abfallsparte

Statt eines positiven Ergebnisses von mehreren hunderttausend Euro steht bei der SWB Verwertung für 2022 ein Minus von 28.000 Euro. "Die SWB Verwertung hat im Interesse von Konzern und Stadt einen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Falle einer Gasmangellage geleistet und die MVA Ende des Jahres in Teillast betrieben, um Brennstoff 'aufzusparen'", erläuterte Geschäftsführer Manfred Becker.

Becker ging zudem auf weitere Umstände ein: "Ein Grund ist zudem der unerwartete Einbruch von Müllmengen aus dem Zweckverband der Rheinischen Entsorgungs-Kooperation." 

Ein gutes Ergebnis und eine Strategie

Die Holding der Stadtwerke Bonn, in der zentrale Aufgaben und Dienstleistungen für alle SWB-Gesellschaften übernommen werden, verzeichnete ein Plus von neun Millionen Euro. In Teilen ist dieses gute Ergebnis auf höhere Erträge in Beteiligungen zurückzuführen, wie es sie beispielsweise im Stadtwerkeverbund Trianel gegeben hat. (pfa)

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