Das neue Bündelprodukt von Entega umfasst Telefonie, Internet und Ökostrom zu einem monatlichen Festpreis.

Das neue Bündelprodukt von Entega umfasst Telefonie, Internet und Ökostrom zu einem monatlichen Festpreis.

Bild: © Simone Hainz/pixelio.de

Nicht nur der Darmstädter Energiedienstleister Entega ist mit seiner Bündel-Flatrate sehr erfolgreich. Seit 2013 kombiniert der Energieversorger Badenova Strom- und Erdgastarife mit Angeboten aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik oder des Haushaltskomforts - darunter Smartphones, Tablets, E-Roller, aber auch hochwertige und energieeffiziente Haushaltsgeräte. "Aktuell entscheiden sich mehr als 50 Prozent der Kunden für ein Bundle-Produkt", teilt die Badenova auf ZfK-Anfrage mit.

Die Produkte nehmen in der Vertriebsstrategie des Freiburger Unternehmens einen großen Stellenwert ein. "Besonders hochwertige Produkte werden nachgefragt", sagt Badenova-Vertriebsleiter Raymond Löhr. Verstärkt lege man Bundles ein, die die ökologische Haltung der Badenova widerspiegelten, beispielsweise E-Roller und E-Bike-Produkte. "Hier werden wir in den kommenden Monaten und Jahren mit weiteren attraktiven Bundles unsere Kunden überraschen", kündigt Löhr an.

Badenova: "Hoher organisatorischer Aufwand bei Bundles"

Fakt sei aber auch, dass einmal konzipierte Bundles, reibungslos bearbeitet werden müssten. "Der organisatorische Aufwand ist hoch und sollte vom Stadtwerk nicht unterschätzt werden. Der Kunde erwartet eine rasche Zustellung eines einwandfreien Produktes", stellt Löhr klar.

EWE ist mit Entwicklung zufrieden

Rasenmäher, Playstation, Nintendo Switch - auch der Regionalversorger EWE bietet Energietarife in Kombination mit Hardware an. Daneben gibt es unter anderem das Bündelprodukt "ZuhauseKombi", das Strom, Erdgas und Telekommunikation umfasst sowie eine Reihe Produktbündel im PV-Bereich. "Ohne genaue Zahlen zu nennen, können wir sagen, dass wir mit der Entwicklung des Produktes zufrieden sind und weiter daran festhalten", erklärt Sascha Groenewold, Produktmanager bei EWE Vertrieb auf ZfK-Anfrage.

EWE wird Flatrate nicht weiter entwickeln

Die Bündelprodukte sprechen vor allem Mehrfachkunden der EWE und treue Bestandskunden an. EWE will den Bereich Bundleprodukte weiter ausbauen. Nicht weiterentwickelt wird hingegen die Stromflatrate, die der Energieversorger im Testmarkt Aurich anbietet. Hier war die Kundenresonanz zu verhalten.

GGEW: Kombiprodukt kommt gut an

PV-Pachtmodell oder LED-Contracting oder Heizungs-Contracting mit Energievertrag - auch die Bensheimer GGEW AG hat zahlreiche Bündelprodukte im Vertriebsportfolio. Das mit Abstand erfolgreichste Angebot aus dem Bereich ist das Kombiprodukt "GGEWinner Kombi", das im Herbst 2018 in den Markt ging. Wer sich neben Strom gleichzeitig für Internet und Telefonie von GGEW entscheidet, profitiert von umfangreichen Vorteilen. GGEW-Bestandskunden erhalten einen Rabatt, so sind Internet und Telefon im Sparpaket schon ab 29,99 Euro zu haben.

"Ein Dankeschön an die Bestandskunden"

"Der Zweck der GGEWinner Kombi ist es, speziell unseren Bestandskunden einmal Dankeschön zu sagen", betont Rainer Babylon, Bereichsleiter Vertrieb & Services der GGEW AG. Mittlerweile liegt die Kundenzahl für dieses Produkt bei rund 1000, darunter sind viele Neukunden. "Es ist ja die Frage, was traut der Kunde seinem Energieversorger zu. Vielen Kunden hatten es anfangs gar nicht auf dem Schirm, dass wir plötzlich auch Telefonie und schnelles Internet anbieten, gekoppelt mit Strom", sagt Carsten Hoffmann, Vorstand der GGEW AG.

"Persönliches Kundengespräch behält hohen Stellenwert"
Überrascht hat die GGEW-Verantwortlichen dabei, dass viele Kunden trotz Landingpage mit allen Erläuterungen eine persönliche Beratung zu dem Kombiprodukt haben wollten. "Daraus haben wir gelernt, dass für uns als Unternehmen trotz oder sogar wegen aller Digitalisierung das persönliche Kundengespräch auch in Zukunft einen sehr hohen Stellenwert haben wird", konstatiert Susanne Schäfer, Bereichsleiterin Marketing und Kommunikation GGEW AG und Geschäftsführerin GGEW net.

DEW21: Web.Kumpel ist in der Testphase

Erst ein paar Monate als ist das erste richtige Bündelprodukt der Dortmund der DEW21. Unter dem Namen "Web.Kumpel" kombiniert das Unternehmen eine Stromlieferung mit einer Internet-Flat. Je nach Verfügbarkeit können Kunden bei der Internet-Flatrate zwischen 16 und 100 Mbit/s wählen, die Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre.

Verträge in jeder Altersgruppe

In der Einführungsphase ist das Angebot ausschließlich für Dortmunder Bürgerinnen und Bürger verfügbar. "Bisher schließen Dortmunder fast jeder Altergsruppe Verträge für unser Bündelprodukt ab", bekräftigt Dominik Gertenbach, Leiter Vertrieb bei DEW21. Ziel ist es, mit dem Piloten erste Erfahrungen zu sammeln, um basierend darauf die "weiteren Entwicklungen vorantreiben zu können". Um die aktuellen Anfragen zielgerichteter bedienen zu können, wurde eine separate Hotline eingerichtet.

"Attraktive Mehrwerte"

"Da die reinen Strom- und Erdgasverträge für unsere Kunden zunehmend uninteressant werden, wird es immer wichtiger, ihnen attraktive Mehrwerte und Bündelprodukte zu bieten", sagt Gertenbach. Hier wolle man insbesondere im Verbund der kommunalen Unternehmen der 21er-Gruppe die Kooperationsmöglichkeiten für die Entwicklung intelligent  gestalteter kommunaler Bündelprodukte weiter nutzen.

"Wir sind überzeugt davon, dass wir mit der Gestaltung attraktiver Produktbündel unseren lokalen Wettbewerbsvorteil weiter ausbauen, uns von anderen Wettbewerbern besser abheben und zugleich die Markteintrittsbarrieren für die Konkurrenz verstärken können", resümiert Gertenbach.

"Neue Wettbewerber stellen klassisches Geschäftsmodell der Versorger in Frage"

Im Energiemarkt entstehen laut dem Vertriebsexperten Klaus Kreutzer vom Beratungsunternehmen Kreutzer Consulting aktuell viele neue Geschäftsmodelle - vor allem getrieben durch die Digitalisierung. "Diese bieten den Energieversorgern einerseits Chancen zum Ausbau ihrer Aktivitäten, andererseits ziehen sie neue Wettbewerber an, die das klassische Geschäftsmodell der Versorger in Frage stellen", so Kreutzer.

Vertriebsexperte Kreutzer: "Produktbündel zwingende Notwendigkeit"

Gerade im Bereich der Elektromobilität sei damit zu rechnen, dass die Autohersteller ihre heutigen Produktbündel aus Finanzierung, Versicherung und Wartung künftig um Ladeinfrastruktur und die Stromversorgung der Kunden erweitern. "Das Commodity-Geschäft zu erweitern und möglichst intelligente Produktbündel zu schnüren, entwickelt sich damit von einer strategischen Option zu einer zwingenden Notwendigkeit für die meisten Versorger", sagt Kreutzer. (hoe)

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Einen ausführlichen Artikel über das erfolgreiche Bündelprodukt der Entega lesen Sie in der September-Ausgabe der ZfK, die am Montag (9. September) erschienen ist.

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