Zum April 2023 zählte die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland etwa 88.000 öffentlich zugängliche Ladepunkten an rund 32.000 Standorten. Damit habe sich der Markt in den vergangenen Jahren stark entwickelt, geht aus dem aktuellen Bericht der Monopolkommission "Energie 2023: Mit Wettbewerb aus der Energiekrise" hervor.
Durchschnittlich kontrolliert an jeder Normalladesäule ein einzelner CPO knapp die Hälfte aller alternativen Ladepunkte im Umkreis von 15 Minuten. Bei den höheren Ladegeschwindigkeiten falle die Konzentration dann geringer aus, worin sich die verstärkte Investition in HPC-Ladepunkte widerspiegeln würde.
Mit der im Sommer 2023 verabschiedeten EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) sind wichtige wettbewerbsrelevante Regelungen für den Aufbau von Ladepunkten geschaffen worden, heißt es im Bericht weiter.
In Deutschland habe die Bundesregierung den Masterplan Ladeinfrastruktur II im Oktober 2022 veröffentlicht, um den wettbewerblichen Aufbau der Ladeinfrastruktur zu fördern.
Hohe Marktkonzentration bei kommunalen Versorgern
Eine regionale Auswertung der Daten zeige trotz der bundesweit sinkenden Konzentrationsraten jedoch weiterhin eine "hohe Dominanz kommunaler Versorger".
Ein weiteres wesentliches Problem für das direkte Ad-hoc-Laden sieht die Monopolkommission außerdem in der unzureichenden Preistransparenz. Preisvergleichsmöglichkeiten für Ladekundinnen und -kunden seien im Bereich des Ad-hoc-Ladens jedoch stark eingeschränkt.
Die Konzentration der Ladesäulen in den Händen der regionalen Anbieter bestätigt eine Analyse des Hamburger Energiedienstleisters Lichtblick. Demnach können sich acht der dreizehn Anbieter in den Großstädten einen Marktanteil von mindestens 80 Prozent aller kostenpflichtigen Normalladepunkte sichern. Mit Hannover, Wiesbaden und Dortmund, liegen die Marktanteile für die entsprechenden Regionalversorger Enercity, ESW sowie DEW21 und Eon bei 90 Prozent und mehr.
Lichtblick fordert Reform des Marktdesigns
Um einen fairen Wettbewerb im Ladesäulenmarkt zu schaffen, ist eine Reform des derzeitigen Marktdesigns notwendig. Lichtblick spreche sich in diesem Zusammenhang seit Jahren für ein Durchleitungsmodell aus. Jeder Versorger könne demnach seinen Strom an jede öffentliche Ladesäule liefern - und damit auch die Strompreisbremse sowie die Erlöse aus den THG-Quoten an ihre Kunden und Kundeninnen weitergeben. Verbraucher und Verbraucherinnen können dabei aus einer Vielzahl an Angeboten ihren Wunschtarif frei wählen. (am)
