Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Bild: © MVV Energie

Der Mannheimer Energiekonzern MVV Energie erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2019, dass sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Insgesamt liege der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 bei 207 Mio.Euro und damit noch elf Prozent unter dem Vorjahr, wie der Versorger am Donnerstag mitteilte.

Das Unternehmen habe damit den Abstand zum Vorjahr - in dem zwei Verkaufserlöse zu positiven Einmaleffekten in den Berichtssegmenten "Kundenlösungen" und "Versorgungssicherheit" geführt hätten - im drittel Quartal des laufenden Geschäftsjahres (1. Oktober 2018 – 30. Juni 2019) weiter verringern können, heißt es. Dies sei eingetreten, obwohl das diesjährige Ergebnis zusätzlich durch die Nachlaufkosten des Anfang April außer Betrieb genommenen Gemeinschaftskraftwerks in Kiel (GKK) sowie durch einen Turbinenschaden im Biomassekraftwerk im englischen Ridham Dock belastet worden sei.

Plus im Segment "Neue Energien"

Den Umsatzrückgang der ersten neun Monate von rund sechs Prozent auf 2,8 Mrd. Euro führt der Versorgungskonzern "zu einem großen Teil" auf eine Änderung der Rechnungslegungsvorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) zurück.

Zufrieden sind die Mannheimer mit der Entwicklung im Berichtssegment "Neue Energien", in dem die Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien und der umweltfreundlichen thermischen Abfallbehandlung gebündelt sind. Hier kletterte das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 75 Mio. Euro. Wesentlicher Treiber sei dabei das Projektentwicklungsgeschäft. Zwischen Oktober 2018 und Juni 2019 haben die beiden Tochtergesellschaften Juwi und Windwärts den Angaben zufolge national und international Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von 341 Megawatt ans Netz gebracht.

Genehmigungsverfahren verkürzen

MVV-Energie-Vorstandschef Georg Müller fordert angesichts des ins Stocken geratenen Ausbaus der Windkraft eine Verkürzung der Genehmigungsverfahren durch eine ausreichende personelle und technische Ausstattung der zuständigen Behörden und die Einhaltung von Genehmigungsfristen. Zudem sollten Genehmigungen in bereits ausgewiesenen Vorranggebieten erleichtert und in jedem Bundesland mindestens zwei Prozent der Flächen zur Verfügung gestellt werden. Durch Ausnahmeregelungen müssten zudem auch im Fall von geltenden Moratorien Repowering-Vorhaben ermöglicht werden.

Weiterhin dürften keine neue Hürden durch eine Verschärfung von Abstandsregelungen errichtet und der Konflikt zwischen der Nutzung der Windenergie und dem Luftverkehr entschärft werden, erklärte der MVV-Chef. "Die Windkraft an Land ist der Motor der erneuerbaren Energien. Er darf nicht stottern, sondern muss schnell wieder flott gemacht werden. Denn wir können nicht nur aussteigen. Wir müssen auch sagen, in was wir einsteigen wollen", so Müller. (hil) 

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