Georg Müller, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG

Georg Müller, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG

Bild: © MVV Energie AG

Das Mannheimer Energiekonzern MVV hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs (1. Oktober 2023 – 30. Juni 2024) einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen.

Das operative bereinigte Ergebnis (Adjusted Ebit) ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte von 845 Mio. auf 385 Mio. Euro zurück, teilte das Unternehmen mit.  Grund dafür sind dafür laut MVV die positiven Einmaleffekte im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dazu zählt das Unternehmen Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen sowie eine außergewöhnliche, großhandelspreisbedingte Entwicklung im Geschäftsfeld Commodity Services.

MVV-Chef ist zufrieden

Trotz des Ergebnisrückgangs zeigte sich MVV-Vorstandschef, Georg Müller, bei der Vorlagen des Zwischenergebnisses deshalb zufrieden. "Mit unserer strategischen Ausrichtung auf Klimaschutz haben wir uns erneut in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich behauptet", sagte er.

Der bereinigte Umsatz ohne Energiesteuern legte hingegen leicht um zwei Prozent auf rund 5,9 Mrd. Euro zu. Neben den positiven Mengen- und Preiseffekten im Gasbereich führt das Unternehmen diese Entwicklung vor allem auf die Erfüllung von Termingeschäften zurück. Für das gesamte Geschäftsjahr hat MVV seine Gewinnprognose präzisiert. "Wir gehen nun aus operativer Sicht davon aus, dass das Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne von MVV im Geschäftsjahr 2024 zwischen 390 und 420 Mio. Euro liegen wird", so Müller. In der bisherigen Prognose im Geschäftsbericht 2023 gab MVV die Ergebniserwartung in einem breiteren Korridor von 360 bis 440 Mio. Euro an.

Die Umsatzerlöse lagen mit rund 5,9 Milliarden Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres (5,8 Milliarden Euro), was neben positiven Mengen- und Preiseffekten im Gasbereich vor allem auf die Erfüllung von Termingeschäften zurückzuführen war. Diese waren noch auf einem höheren Strompreisniveau abgeschlossen worden.

Im laufenden Geschäftsjahr habe MVV insbesondere von höheren Ergebnisbeiträgen aus eigenen Windkraftanlagen und aus dem Projektentwicklungsgeschäft profitiert, hieß es aus Mannheim weiter. Darüber hinaus erzielte die Unternehmensgruppe Veräußerungserlöse aus dem Verkauf von Anteilen der MVV-Tochter Juwi an ihrem japanischen Gemeinschaftsunternehmen Juwi Shizen Energy.

MVV treibt Klimaziele voran

Das Ziel, bis 2035 klimapositiv zu werden, treibt MVV mit dem Mannheimer Modell voran. Für die Vergrünung der Fernwärme in der Region bis 2030, bindet das Energieunternehmen aktuell sein Biomassekraftwerk im Mannheimer Norden an das zentrale Fernwärmenetz an und erschließt so ein klimafreundliches Wärmepotenzial von rund 270 GWh pro Jahr.

Darüber hinaus beschleunigt MVV die Stromwende national wie auch international: In Deutschland wird MVV Wind- und V-Projekte aus ihrer eigenen Projektentwicklung verstärkt im Konzern halten. Das Unternehmen hat angekündigt, vier weitere Windparks mit einer Gesamtleistung von über 70 MW in ihren eigenen Bestand übernehmen. Sie sollen bis 2026 in Betrieb gehen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres investierte MVV mit 252 Mio. Euro und damit 25 Mio. Euro mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. "Mit unseren Investitionen in die Wärme- und die Stromwende sowie mit der Vergrünung unserer Kundenlösungen setzen wir unseren #klimapositiv-Kurs für ein klimafreundliches und zukunftsfähiges Energiesystem konsequent fort", sagte MVV-Chef Müller. (am)

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