Der Nürnberger Regionalversorger N-Ergie hat ein gutes Ergebnis im vergangenen Jahr erzielt. Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete das mehrheitlich kommunale Unternehmen einen Umsatz von 2.265,5 Mio. Euro, verglichen zu 2.142,5 Mio. Euro im Vorjahr. Auch das Ergebnis lag damit leicht höher. Es belief sich nämlich auf 135,1 Mio. Euro, verglichen zu 129,2 Mio. Euro im Vorjahr.
Dieses wird 2020 jedoch wesentlich niedriger ausfallen. Bei der Telefonkonferenz zeigte der Vorstandsvorsitzende, Josef Hasler, aber auch auf, wie sich die Corona-Pandemie bereits jetzt auswirkt. „Wir haben ein Jahresergebnis in diesem Jahr von 90 bis 95 Mio. Euro angepeilt, das werden wir aber bei weitem nicht erreichen“, waren seine ernüchternden Worte.
"Wir realisieren bereits dadurch Verluste"
Im Großkundenvertrieb sei der Stromverbrauch "massiv" eingebrochen. Aktuell seien es 60 bis 70 Prozent, erläuterte der Vorstandsvorsitzender. „Sollte die Situation länger anhalten, könnte der Verbrauch bis zu 80 Prozent zurückgehen“, so Hasler. Der angekaufte Strom müsse in diesem Kontext wieder verkauft werden. „Wir realisieren bereits dadurch Verluste und es werden sich auch weitere ergeben“, fuhr er fort.
Momentan sei die N-Ergie deshalb mit ihren Großkunden in Gesprächen, um die „bestmöglichen Lösungen“ zu finden und Kundenbeziehungen zu erhalten. Im Privatkundenbereich rechnet der Vorstandsvorsitzende mit einer steigenden Nachfrage nach modifizierten Abschlägen oder Stundungsmöglichkeiten. „Das wird erst noch anlaufen, es sickert schrittweise ein“, prognostizierte er.
Auswirkungen auf die Beschäftigungen
Kurzarbeit, wie in bestimmten Teilen der Branche, kann sich Hasler indes aktuell noch nicht vorstellen: „Im Kundenzentrum sehe ich kein Anzeichen für Kurzarbeit, weil die Mitarbeiter viele Anfragen erhalten. Ich denke, dies wird auch die nächsten Monate so bleiben.“ Auch die Leitstellen seien „im grünen Bereich“. Bei der Instandhaltung und dem Netzausbau sei man fast im Plan.
„Unsere Leute sind gesund, Schutzmaßnahmen sind integriert und mit den Baufirmen läuft es auch. Aber das Tempo lässt nach, weil Lieferschwierigkeiten auftreten“, sagte Hasler. Es bestünde aber keine Gefahr für die Versorgungssicherheit. „Wo wir die Arbeit jedoch sukzessive herunterfahren, ist im administrativen Bereich. Überstunden werden abgebaut, aber es kann sein, dass am langen Ende das Thema Kurzarbeit aufkommen könnte“, erörterte der Vorsitzende.
So war der Jahresabschluss 2019
Insgesamt wurde eine Ergebnisabführung von 101,8 Mio. Euro geleistet. An die Städtischen Werke Nürnberg werden 69,7 Mio. Euro ausgeschüttet. Die Thüga AG erhält eine Ausgleichszahlung in Höhe von 32,1 Mio. Euro. Es werden 25 Mio. Euro als Kapitalrücklage dem Eigenkapital zugeführt. Im vergangenen Jahr waren es 15 Mio. Euro. "Die Anteilseigener wollen das Unternehmen kapitalstark und stabil sehen", betonte Hasler.
Der N-Ergie-Vorstand wird künftig wieder aus drei Mitgliedern bestehen. Am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass der langjährige Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, Maik Render, nach Nürnberg, wechselt. "Wir freuen uns außerordentlich, dass jemand kommt, der exzellente Arbeit bei den Stadtwerken Flensburg geleistet hat. Wir sind im Vorstand sehr dünn aufgestellt und hoffen, dass das Vertriebsthema gepaart mit dem Kraftwerksthema mit der Personalie profitabler wird." (gun)
