Die Wemag-Vorstände Thomas Murche (links) und Caspar Baumgart blicken optimistisch auf die Entwicklung der Netzentgelte im Wemag Netzgebiet.

Die Wemag-Vorstände Thomas Murche (links) und Caspar Baumgart blicken optimistisch auf die Entwicklung der Netzentgelte im Wemag Netzgebiet.

Bild: © WEMAG/SKRmedia

Ende August hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) eine Festlegung veröffentlicht, welche die Verteilung der Erneuerbaren-Anschlusskosten neu regelt. Stromkunden in Verteilnetzen mit viel erneuerbarem Strom werden zum Jahresanfang 2025 entlastet. Nun hat der kommunale Energieversorger Wemag angekündigt, die Strompreise zu senken.

Die Anpassung der Netzentgelte kommt den Wemag-Kunden im Netzgebiet der Wemag Netz zu Gute. "Es ist ein Gebot der Fairness, dass Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg entlastet werden, die einen besonders großen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten", sagt Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der Wemag. Die genauen Zahlen des Verteilnetzbetreibers liegen allerdings noch nicht vor. 

Über 12 Gigawatt

Im Versorgungsgebiet von Wemag Netz wird bereits heute mehr als doppelt so viel regenerativer Strom erzeugt, wie vor Ort verbraucht wird. "In den nächsten zehn Jahren soll die Erzeugungsleistung von heute 2,76 Gigawatt auf über 12 Gigawatt steigen – mehr als eine Vervierfachung der erneuerbaren Kapazitäten", sagt Thomas Murche, technischer Vorstand der Wemag.

Deshalb kommt auch ein weiterer Aus- und Umbau der Netzinfrastruktur auf den Versorger aus Mecklenburg-Vorpommern zu. Die Wemag plant in den nächsten zehn Jahren, über 1,2 Mrd. Euro in die Stromnetze zu investieren, um der steigenden Nachfrage nach Netzkapazität gerecht zu werden.

Erhebliche Preisunterschiede

Die Netzentgelte unterscheiden sich regional erheblich. Laut einem Vergleich des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA) aus dem Februar 2024 liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzbetreiber Preisunterschiede von rund 300 Prozent. Die Anschlusskosten von Erneuerbaren-Anlagen treiben die Netzentgelte.

"Die Kosten für den vor Ort notwendigen Netzausbau wurden bisher von unseren Kundinnen und Kunden im Netzgebiet der Wemag Netz getragen, obwohl der erzeugte Strom oft in andere Regionen fließt. Das war und ist paradox", so Wemag-Vorstand Baumgart. Der Versorger habe sich deshalb für eine bundesweite Verteilung der Netzentgelte stark gemacht. (jk)

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