Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) hat zusammen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und der Stadt Bonn ein Online-Tool für Kommunen entwickelt. „Mit diesem Instrument können Kommunen bereits bei der Planung die Wirkung von Klimaanpassungsmaßnahmen prüfen“, sagt NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.
Solche Konzepte könnten oft nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. "Deswegen ist es wichtig, mit Planungen frühzeitig anzufangen. Dazu haben wir das neue Planungs-Tool für die Kommunen entwickelt", so Heinen-Esser weiter. Damit könnten bereits in der Vorbereitungsphase die effektivsten Maßnahmen ermittelt werden können.
Anpassung an Hitzeperioden
Das neue Planungs-Tools wurde im Rahmen eines Kooperationsprojekts zur hitzeangepassten Quartiersplanung in NRW von LANUV, DWD und der Stadt Bonn realisiert. Damit können interaktiv verschiedene Optionen und ihre Wirkung in einem frei wählbaren Stadtquartier geprüft und so unter den jeweiligen Gegebenheiten die effektivste Anpassungsmaßnahme abgeleitet werden. Im Fokus steht hierbei die Adaption an sommerliche Hitzeperioden durch städtebauliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Erhöhung des Grünflächenanteils oder der Dachbegrünung sowie Veränderungen der Materialeigenschaften (Albedo).
„Für eigene stadtklimatische Untersuchungen fehlt vielen Kommunen das Geld“, betonte LANUV-Präsident Thomas Delschen. „Daher stand für uns im Vordergrund, ein leicht zugängliches und bedienbares Werkzeug zu schaffen, mit dem eine hitzeangepasste Quartiersplanung für alle Kommunen und Städte in NRW möglich und machbar wird.“ Eines der zentralen Elemente des Tools ist daher die intuitive Bedienbarkeit. Über eine einfache Adresseingabe oder per Klick in die Karte gelangen die Planer beispielsweise direkt zu den verschiedenen Bebauungstypen in einem Quartier.
Vorbild Bonn
Die Stadt Bonn engagiert sich seit Jahren sowohl im Klimaschutz als auch in der Klimaanpassung. Im Leitbild der Stadt Bonn wurde daher ausdrücklich das Ziel formuliert, dass sie sich „kontinuierlich zur klimaresilienten Stadt weiterentwickelt und dazu beiträgt, die Vulnerabilität zu reduzieren“. Die im Stadtgebiet von Bonn gemessenen Werte dienten als Eingangs- und Validierungsdaten für die nachfolgenden Modellsimulationen beim DWD.
Zunächst wurde eine Simulation für das komplette Bonner Stadtgebiet durchgeführt und der klimatische Ist-Zustand einer sommerlichen Hitzesituation berechnet. Darauf aufbauend folgten weitere Simulationen, bei welchen in einzelnen Stadtquartieren verschiedene Veränderungen (Anpassungsmaßnahmen) vorgenommen werden. Am Ende wurden die Ergebnisse auf die in NRW vorhandenen Bebauungstypen übertragen, sodass mit dem Informationsportal Klimaanpassung in Städten (INKAS-NRW) die Wirkung verschiedener städtebaulicher Anpassungsmaßnahmen in unterschiedlich strukturierten Stadtgebieten (Bebauungstypen) visualisiert und bewertet werden können. (hp)
