Nimmt kein Blatt vor den Mund: RWE-Chef Rolf Martin Schmitz

Nimmt kein Blatt vor den Mund: RWE-Chef Rolf Martin Schmitz

Bild: © RWE AG/Lutz Kampert

Im Zuge der Energiewende kommen auch auf kommunale Unternehmen große Herausforderungen zu. „Stadtwerke sollten sich auf das konzentrieren, was in der Region passiert, und noch viel stärker als in der Vergangenheit auf Partnerschaften setzen“, rät Rolf Martin Schmitz. Der RWE-Vorstandsvorsitzende nahm auf dem Energie-Gipfel des Handelsblatts Stellung zu aktuellen politischen Fragen und zur Zukunft „seines“ Unternehmens.

Er sei froh, dass der Kohleausstieg mit der Zustimmung des Bundestages zu den umstrittenen Entschädigungszahlungen nun besiegelt sei, auch wenn die Genehmigung aus Brüssel noch ausstehe. Die Entscheidung der Bundesregierung, einen Schlussstrich unter die Kohlenutzung zu ziehen, sei für ihn nachvollziehbar. „Ganz anders sieht es beim Atomausstieg aus. Das plötzliche Abschalten der Atomkraftwerke nach Fukushima ist mir bis heute nicht erklärlich“, so Schmitz. Die Risiken seien nicht vergleichbar gewesen. „Da bin ich viel zu sehr Ingenieur, um zu einer anderen Einschätzung zu kommen.“

Kritik an der Politik

Grundsätzlich habe er Verständnis dafür, dass die Politik bestimmten Zwängen unterliege. „Aber wenn bestimmte Dinge aus Machtspielchen heraus auf den Weg gebracht werden, obwohl alle Beteiligten es eigentlich besser wissen, ärgert mich das“, sagte der RWE-Chef.

Den RWE-Konzern sieht Schmitz gut aufgestellt. „Wir haben das gesamte Unternehmen umgekrempelt. Diesen Prozess haben wir nun erfolgreich abgeschlossen.“

Unternehmen sind keine "Subventionsanstalt"

In Zukunft werde RWE unter anderem auf Wasserstoff setzen. „Wir sind da in der glücklichen Situation, das Gesamtsystem bespielen zu können und haben insofern einen USP.“ Allerdings sei man als Unternehmen eben auch „keine Subventionsanstalt“. „Wenn der Kunde die Ware nicht bezahlen kann, kann ich die Ware auch nicht produzieren“, mahnte er mit Blick auf die hohen Kosten für grünen Wasserstoff.

Die Investitionskosten seien dabei ausdrücklich nicht das Problem, sondern die Stromkosten. Hier müsse die Politik endlich handeln. „Aber wir müssen auch die Kunden für grüne Produkte sensibilisieren, die in der Regel etwas teurer sind.“ In diesem Bereich sei noch viel Aufklärungsarbeit nötig – und gezielte finanzielle Anreize, da der Markt alleine es nicht regeln werde.

Grundsätzlich seien ihm regulatorische Hilfen lieber als direkte Subventionen, „aus denen man dann nicht wieder herauskommt“, so Schmitz. (amo)

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