Mit einem selbst gemalten Plakat und einer großen Box voller Süßigkeiten, Chips und Softdrinks bedankten sich die Anwohner der Darmstädter Parcusstraße für das Engagement der Entega-Mitarbeiter.

Mit einem selbst gemalten Plakat und einer großen Box voller Süßigkeiten, Chips und Softdrinks bedankten sich die Anwohner der Darmstädter Parcusstraße für das Engagement der Entega-Mitarbeiter.

Bild: © Entega

Von Hans-Peter Hoeren

Darf eine energiewirtschaftliche Zeitung auch mal banal sein? Themen aufgreifen, die eher das Gefühl ansprechen, bei denen es menschelt, als fundierte Themen wie Versorgungssicherheit, Klimaneutralität oder den Zustand der Energiewende? Wir beantworten die Frage heute mal mit ja. Auch weil wir glauben, dass es die Mischung macht und dazu gehören auch schon mal kleine, einfache Positivnachrichten aus der Branche. 

Zumindestens heißt es ja immer auch bei großen Tageszeitungen oder öffentlichen Fernsehsendern, bringt doch auch mal positive Nachrichten. Die ZfK-Redaktion kann das ja tracken und wir werden mal genau schauen, wie hoch das Interesse an diesem Thema war und wie gut diese Meldung hier dann geklickt wurde.

Eine groß Box voll Süßigkeiten, Chips und Softdrinks

Es geht um Joachim Maurer. Seit 40 Jahren ist der Wassermeister der Darmstädter Entega in der Branche tätig. Da hat man ja eigentlich alles gesehen und erlebt, möchte man meinen. Doch vor kurzem hatte er ein Erlebnis, dass er so bemerkenswert und so überraschend im positiven Sinne fand, dass der Energieversorger dazu gestern eine eigene Pressemitteilung veröffentlicht hat.

Es geht um einen Bereitschaftsdienst der Entega und die von ihr beauftragte Tiefbaufirma SAR: Anwohner der Parcusstraße im Darmstädter Johannesviertel bedankten sich mit einem selbst gemalten Plakat und einer großen Box voller Süßigkeiten, Chips und Softdrinks für das Engagement der Arbeiter. Diese hatten Anfang Februar fast rund um die Uhr in eisiger Kälte einen Wasserrohrbruch repariert. "So eine positive Reaktion habe ich in 40 Berufsjahren noch nicht erlebt", freute sich der Wassermeister gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Notzapfstelle per Standrohr eingerichtet

Die Störung war gegen 4.40 Uhr in der Nacht gemeldet worden. Die Arbeiten dauerten von Donnerstagmorgen bis Freitagnacht gegen 1 Uhr. Für gewöhnlich ist das eine Stresssituation sowohl für die Betroffenen, die in ihrem gewohnten Tagesablauf beeinträchtigt sind als auch für die Monteure, die unter hohem Zeitdruck versuchen, die Probleme zu beheben. Da gibt es auch schon mal eher kritische bis negative Kommentare, wenn es lange oder länger dauert.

Betroffen von dem Schadensfall waren rund 80 Haushalte, deren Wasserversorgung ausgerechnet morgens vor Arbeits- oder Schulbeginn unterbrochen war. Die Entega stellte eine Notzapfstelle per Standrohr zur Verfügung, damit sich die Anwohner und Anwohnerinnen zumindest provisorisch mit Wasser versorgen konnten. 

Defekter Hausanschlussübergang

Dann wurde eine Baustelle eingerichtet, um die Wasserversorgung möglichst schnell wieder herzustellen. Die Arbeiten waren aufwändig: Es dauerte einige Zeit, um die Schadensstelle genau zu orten. Ursache für die Störung war ein defekter Hausanschlussübergang an die Wasserleitung zur Parcusstraße. Zudem zeigte sich, dass ein Absperrschieber in der Nähe defekt war, dieser musste vor Wiederinbetriebnahme der Leitung ausgetauscht werden. Und das bei Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt. Insgesamt waren 13 Monteure abwechselnd im Einsatz.

Viele Anwohner verfolgten die Arbeiten an der Baustelle live mit und reagierten mit einer spontanen Aktion. Ein Anwohner brachte stellvertretend für die anderen vom Ausfall der Wasserversorgung Betroffenen "zum Dank für die schnelle Abwicklung der Bauarbeiten" ein selbstgemaltes Plakat und eine Geschenkbox direkt zur Entega. Auch die Baufirma SAR erhielt ein Präsent. 

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