Markus Krebber, RWE-Vorstandsvorsitzender, beantwortet Fragen von Journalisten. Der Energiekonzern RWE legt die Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.

Markus Krebber, RWE-Vorstandsvorsitzender, beantwortet Fragen von Journalisten. Der Energiekonzern RWE legt die Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.

Bild: © Federico Gambarini/dpa 

Der Essener Energiekonzern RWE setzt seine Growing-Green-Strategie fort. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hatte das Unternehmen Nettoinvestitionen in Höhe von 6,9 Mrd. Euro getätigt. Die Schwerpunkte waren hier die Offshore-Windkraftprojekte in der Nordsee sowie neue Solar- und Onshore-Windparks in Europa und den USA, teilte RWE im Rahmen der Bilanzpressekonferenz mit.

Mit der Inbetriebnahme neuer Anlagen ist das grüne Erzeugungsportfolio auf 36.200 MW gestiegen. Weitere Erneuerbarenprojekte mit einer Kapazität von insgesamt 11.200 MW seien aktuell im Bau.

Erneuerbarenerzeugung erreicht Spitzenwert

Der Erneuerbarenausbau spiegelte sich auch in der Strombilanz des Konzerns wider. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr Ökostrom: 36 Mrd. kWh bedeuten im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 14 Prozent. Seine CO2-Emissionen hat der Konznern gleichzeitig um 21 Prozent gesenkt.

Obwohl das bereinigte Nettoergebnis des Energiekonzerns von 3,1 Mrd. Euro im Vorjahr nach neun Monaten 2024 auf 1,6 Mrd. Euro deutlich zurückgegangen ist, zeigte sich das Unternehmen mit den aktuellen Entwicklungen zufrieden und hat die operativen Ziele für das gesamte Geschäftsjahr sogar leicht nach oben korrigiert.

Ergebnis geht deutlich zurück

Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted Ebitda) belief sich nach den ersten neun Monaten 2024 auf 3,98 Mrd. Euro (Q1-3/23: 5,7 Mrd. Euro). Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet RWE mit einem Adjusted Ebitda zwischen 5,2 und 5,8 Mrd. Euro.

Neben den Bilanzzahlen sorgte aber vor allem die von den Finanzmärkten lange erwartete Nachricht über einen umfangreichen Aktienrückkauf für positive Signale. In den kommenden 18 Monaten möchte RWE insgesamt Aktien im Gesamtwert von bis zu 1,5 Mrd. Euro erwerben. Das entsprechende Programm soll bereits im vierten Quartal 2024 starten.

Sorgen nach dem Trump-Sieg

Als einen der Gründe für diesen Schritt nannte RWE-Vorstandschef Markus Krebber, den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen. Die USA sind für RWE ein enorm wichtiger aber zugleich sehr anspruchsvoller Markt: "Wenn sich das Risiko-Rendite-Verhältnis in einzelnen Bereichen temporär ändert, setzen wir das hierfür vorgesehene Kapital entsprechend anders ein."

Aufgrund möglicher Verzögerungen im amerikanischen Offshore-Windmarkt und im europäischen Wasserstoffgeschäft habe sich der Konzern deshalb entschieden, Aktienrückkäufe zu tätigen. Konkret könnte damit unter anderem das Windprojekt von RWE vor der Ostküste der USA gemeint sein. Dort könnte es aufgrund ausstehender Genehmigungen zu Verzögerungen kommen.

Aktienrückkauf sorgt für Kurssprung

Zugleich betonte Krebber, an den Ausbauplänen festhalten zu wollen. "Angesichts der weltweiten Nachfrage nach grünem Strom werden wir gleichwohl mit Milliardeninvestitionen in Europa und den USA unser grünes Portfolio weiter ausbauen und damit auch die Energiewende hierzulande vorantreiben". Mit dem Aktienrückkauf könnte sich RWE aber auch gegen einen möglichen Einstieg des aktivistischen Investors Elliott schützen wollen. Spekulationen darüber sind seit einigen Tagen im Umlauf.

Die Mitteilung über das umfangreiche Rückkaufprogramm hat der RWE-Aktie bereits vorbörslich zu einem Sprung verholfen. In den Börsentag startete die Aktie dann mit einem Plus von zwölf Prozent und notierte bei 32,05 Euro je Aktie. Innerhalb einer Stunde legte sie dann noch auf 32,61 Euro/Aktie deutlich zu. (am)

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