Mitarbeiter der Stadtwerke Greifswald haben auf 2500 Urlaubsstunden verzichtet. Damit wollten sie Kollegen und Kolleginnen unterstützen, die den Corona-Risikogruppen angehören. „Wir hatten allen Mitarbeitern nach dem 18. März fünf Tage bezahlten Sonderurlaub gegeben, um damit die Risikogruppen, also Kollegen über 60 Jahre oder mit Vorerkrankungen, zu ihrem Schutz sofort nach Hause zu schicken“, berichtete Stadtwerke-Chef Thomas Prauße. Die anderen Beschäftigten sollten dadurch zudem die Option erhalten, die Kinderunterbringung zu organisieren.
Nach den fünf Tagen habe für die Risikogruppe die Frage bestanden, wie es weitergehen solle. „Über das Intranet und unter tatkräftiger Unterstützung durch den Betriebsrat entstand dann eine einmalige Solidaritätsbewegung“, erzählt Prauße. „Das macht mich heute noch total stolz.“ Mitarbeiter, die den Sonderurlaub nicht in Anspruch genommen haben, spendeten ihn für die betroffenen Kollegen. „Aus diesem Pool haben wir die Freistellung für die Kollegen der Risikogruppe und für Eltern in Kinderbetreuung weiterhin abgesichert.“
Rund 110 Mitarbeiter arbeiten kurz
Auch der Kommunalversorger aus Mecklenburg-Vorpommern spürt die Auswirkungen der Coronakrise bereits deutlich. Rund 110 der insgesamt etwa 290 Stadtwerke-Mitarbeiter arbeiten seit Mai kurz, nachdem im April die Überstundenkonten abgebaut wurden. Betroffen sind von dieser Maßnahme insbesondere die Verwaltung, der Vertrieb und das Freizeitbad, in Teilen aber auch die Verkehrsbetriebe. Die genauen finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf das kommunale Unternehmen lassen sich laut Stadtwerke-Chef Prauße aber noch nicht abschätzen. (hoe)
