In Schleswig-Holstein prüfen offenbar zwei Stadtwerke eine weitreichende Kooperation: Die Stadtwerke Neumünster (SWN) wollen sich demnach als Gesellschafter an den finanziell angeschlagenen Stadtwerken Bad Bramstedt beteiligen. Nach ZFK-Informationen verhandeln die Beteiligten seit mehreren Monaten. Im Juli warb SWN-Chef Michael Böddeker im Hauptausschuss der Stadt Bad Bramstedt für die Partnerschaft. "Mit uns können Sie die Stadtwerke wieder stark machen", wird Böddeker in den "Kieler Nachrichten" zitiert.
Auch die neue Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Bramstedt, Jasmin Kramer, soll die Lösung unterstützen. Kramer leitet den mehrheitlich kommunalen Versorger seit Februar 2026. Zuvor arbeitete sie bei Lichtblick und in verschiedenen Führungsfunktionen für EWE.
Stadt soll Mehrheit behalten
Die Stadt Bad Bramstedt hält 64 Prozent der Anteile an den Stadtwerken Bad Bramstedt. Die restlichen 36 Prozent gehören "Service Plus", einer Tochtergesellschaft von Eon. Dem Medienbericht zufolge wollen die Stadtwerke Neumünster die vollständige Beteiligung der Eon-Tochter und zusätzlich einen Teil der Anteile der Stadt übernehmen. Ob das für alle Beteiligten konsensfähig ist, müssen die weiteren Gespräche zeigen.
Nach den derzeit bekannten Plänen bliebe die Stadt mit 51 Prozent Mehrheitseignerin der Stadtwerke Bad Bramstedt. Die übrigen Anteile würden die Stadtwerke Neumünster übernehmen. Eine Einigung gibt es noch nicht. Die Verträge müssten in der ersten Hälfte des Jahres 2027 unterzeichnet werden, damit die Partnerschaft zustande kommt.
Nord Connect als Beispiel für kommunale Kooperation
Die Stadtwerke Bad Bramstedt könnten vor allem von der Erfahrung der deutlich größeren Stadtwerke Neumünster profitieren. Die Stadtwerke Neumünster setzen strategisch stark auf interkommunale Kooperationen – sowohl beim Aufbau neuer als auch beim Ausbau bestehender Geschäftsfelder.
2025 gründeten die Stadtwerke Neumünster gemeinsam mit den Stadtwerken SH Nord Connect. Die Gesellschaft bündelt den Betrieb und Vertrieb der Glasfaser- und Telekommunikationsangebote beider Unternehmen.
Weitere Partnerschaften im Glasfaserausbau
Beim VKU-Stadtwerkekongress in Berlin stellte Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke SH und Co-Geschäftsführer von Nord Connect, das Modell als Beispiel für kommunale Zusammenarbeit vor. Ein solches Unternehmen könne in jedem Teil der Republik gegründet werden, sagte Reichelt.
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Beim Glasfaserausbau kooperieren die Stadtwerke Neumünster zudem mit dem Infrastrukturinvestor Palladio Partners. Beim Ausbau von Ladesäulen arbeiten sie teilweise mit Partnern aus der Privatwirtschaft zusammen. Das Ziel ist jeweils dasselbe: Die Partner wollen Kräfte bündeln und gemeinsame Strukturen effizient nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit aller beteiligten Stadtwerke zu erhöhen.
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