Fast lückenlos: ist die schnelle Glasfaser-Autobahn in Oberhaching.

Fast lückenlos: ist die schnelle Glasfaser-Autobahn in Oberhaching.

Bild: © enfvx/AdobeStock

Die Stadtwerke Neumünster (SWN) wollen im Glasfasergeschäft weiter wachsen und bieten dazu auch weiteren Stadtwerken und Kommunen ihr Know-how an. Bei der Finanzierung dieses Vorhabens geht SWN-Chef Michael Böddeker neue Wege in der Finanzierung und setzt erstmals auf einen Investitionspartner aus der Privatwirtschaft statt einer klassischen Finanzierung über Banken.

Die SWN kooperieren bei dem in einem ersten Schritt auf 25 Jahre angelegten Projekt mit dem deutschen Investor Palladio Kommunal. Dieser investiert die Gelder großer deutscher Altersvorsorgeunternehmen gemeinsam mit Stadtwerken in deutsche Infrastrukturprojekte.

Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft

Palladio Kommunal stellt für die konkreten Ausbauvorhaben in den kommenden Jahren bis zu 150. Mio. Euro an Eigenkapital für den Netzauf- und ausbau in diversen kommunalen Ausbaugebieten zur Verfügung. Die SWN bauen und betreiben die Netze, pachten diese vom Investor und vermarkten auch die Infrastruktur.

Erste Ausbauprojekte in Schleswig-Holstein sind bereits geplant, einige Kommunalversorger hätten hier bereits Kooperationsbereitschaft signalisiert, erklärt SWN-Geschäftsführer Michael Böddeker. Das Themenspektrum sei dabei breit und reiche von Know-how, Systemwelten bis zu Dienstleistungen. Auch in anderen Teilen Deutschlands sind weitere Vorhaben angedacht.

Für die Partnerschaft gründen SWN und Palladio eine gemeinsame Projektgesellschaft, deren Mehrheitseigentümer Palladio sein wird. Aus dieser Gesellschaft werden die Glasfasernetze gebaut und finanziert. "Das Modell ist nicht nur rentabel, für die die Eigenkapital einbringen oder die Netze pachten, sondern auch für die Kommunen, die zu einer vernünftigen Infrastruktur kommen", versichert Böddeker.

Palladio ist bereits im Glasfasergeschäft tätig

Geschäftsführender Gesellschafter von Palladio Kommunal ist Timo Poppe, der zuvor unter anderem als Vorstand für die swb AG in Bremen und als Infrastrukturbevollmächtigter für den EWE-Konzern tätig war. "Unsere Investoren finden in dieser Partnerschaft eine interessante, langfristig ausgerichtete Anlage ihres Altersvorsorgekapitals und suchen keinen kurzfristigen, gewinnmaximierenden Exit", stellt Poppe klar. Das Branchen-Know-how von Palladio, die an zwei Glasfaserfirmen in Deutschland beteiligt ist, habe geholfen, um mit den SWN auf Augenhöhe verhandeln zu können.

SWN-Chef Michael Böddeker ist überzeugt davon, dass derartige Investitionspartnerschaften im Infrastrukturbereich künftig zunehmen werden. "Man muss keine Klimmzüge machen, wenn man das Vorgehen kopieren will. Dieses Modell erlaubt Stadtwerkeverantwortlichen beispielsweise den Glasfaserausbau deutlich schneller voranzubringen und das Eigenkapital zu schonen." Davon profitierten letztlich auch die Bürgerinnen und Bürger, die somit deutlich früher an die Hochleistungsnetze angeschlossen würden.

Bisheriger Glasfaserausbau der SWN läuft über Bankenkonsortium

Die bisherige Glasfaser-Ausbauplanung innerhalb der Stadt Neumünster bis 2024 läuft über die Bilanz der SWN. Diese erfolgt in erster Linie eigenwirtschaftlich.  Bis 2024 will man gemeinsam mit Zweckverbänden ein Viertel des Glasfasernetzes in Schleswig-Holstein erschlossen haben.

Für die Finanzierung wurde ein Konsortialkredit von 35 Mio. Euro aufgenommen bei einem Bankenkonsortium. „Die Konsortialbanken wissen um die Kooperation mit Palladio Kommunal“, sagt Böddeker. Aktuell haben die SWN 64.000 Kunden unter Vertrag und etwa 45.000 Kunden am Netz. Insgesamt 420 Mio. Euro wurden bisher durch SWN und Zweckverbände in den Ausbau investiert. (hoe)

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Mehr über die Hintergründe und Ziele der Kooperation von SWN und Palladio Kommunal lesen Sie in der Dezemberausgabe der ZfK, die am heutigen Montag, 6. Dezember, erscheint. Zum Abo geht es hier.

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