Bis Oktober 2024 konnte die Eon-Regionaltochter Süwag die Anzahl ihrer Gas- und Stromkunden im Privatsektor um fünf Prozent auf über 804.000 steigern. Auch im Gewerbesektor legte der Versorger auf 61.611 Kunden zu (2023: 60.126), sagten Christopher Osgood und Mario Beck, Geschäftsführer der Süwag Vertrieb, im Gespräch mit Journalisten.
Den Grund für die solide Entwicklung sieht das Unternehmen unter anderem in einer erfolgreichen Beschaffungsstrategie, die relativ früh ermöglicht hatte, wettbewerbsfähige Tarife anzubieten.
Strompreis bleibt stabil
Trotz einer positiven Entwicklung im Kundensegment reicht die Kundenanzahl nicht an den Wert von Ende 2022 heran, vor allem durch die Versorgungsunterbrechungen. Zum Jahreswechsel hat die Süwag angekündigt, ihre Strompreise stabil zu halten. "Wir wollen im Laufe des ersten Quartals eine zusätzliche Kalkulation vornehmen, ob wir mit unseren Annahmen für Preisstabilität richtig lagen", sagte Osgood auf ZfK-Anfrage. Sollten sich doch noch Änderungen ergeben, würde der Versorger das erneut kommunizieren. "Dies würde aber frühstens Mitte des Jahres sein." Mit anderen Worten: Der Strompreis bleibt zum Jahreswechsel und mindestens bis zum zweiten Halbjahr 2025 stabil.
Dynamischer Tarif kommt
Noch nicht im Angebot der Süwag ist ein dynamischer Tarif, der Anfang 2025 für alle Energieversorger verpflichtend wird. Das Unternehmen habe zwar bereits einen dynamischen Tarif, allerdings sei es eine "selbstgestrickte Variante", die noch nicht alle gesetzlichen Voraussetzungen eines dynamischen Tarifs erfülle, hieß es auf Anfrage.
Anfang des Jahres werde es aber mit Sicherheit einen solchen Tarif mit einer entsprechenden Preissystematik geben. Voraussetzung dafür sei allerdings ein intelligentes Messsystem auf der Kundenseite. "Generell finde ich das Thema total spannend, allerdings gewinnen diese Tarife erst dann an breiter Akzeptanz, wenn sie helfen, Verbräuche zu steuern, und zwar nicht nur bei Waschmaschinen, sondern auch bei den Ladevorgängen von E-Autos", so Osgood.
Neben den Chancen, die ein solcher Tarif zweifellos biete, setze er bei den Kunden eine Daten- und Preisaffinität voraus, sagte er weiter. Die Spotpreise seien sehr volatil und sie müsse man nicht nur wissen, sondern im Idealfall auch sein Verbrauchverhalten danach richtig können. "Das ist etwas ganz anderes, als wenn wir die Strommenge zum Festpreis einkaufen und dem Kunden eine Gewissheit und Stabilität bieten", sagte Osgood. (am)
