So funktioniert das Zahlungsmodell: Der Kunde erhält eine Rechnung mit Barcode. Diese kann er bei einem Einzelhändler einscannen lassen und begleicht dann seine Stromrechnung. Der Energieversorger wird nahezu in Echtzeit über den Zahlungseingang informiert

So funktioniert das Zahlungsmodell: Der Kunde erhält eine Rechnung mit Barcode. Diese kann er bei einem Einzelhändler einscannen lassen und begleicht dann seine Stromrechnung. Der Energieversorger wird nahezu in Echtzeit über den Zahlungseingang informiert

Bild: @ Cash Payment Solutions

Über Bareinzahlungen der Kunden Zahlungsausfälle reduzieren – diese Strategie wenden die Stadtwerke Düsseldorf erfolgreich an. Das mehrheitlich zum EnBW-Konzern gehörende Unternehmen profitiert dadurch auch bei der Liquiditätssteuerung. Dies zeigte der Leiter Finanzen, Michael Inden, bei einem Vortrag im Rahmen der 13. Finanzierungskonferenz des VKU in Berlin auf. Die Stadtwerke kooperieren bei dem Projekt mit der Cash Payment Solutions und ihrem Zahlungdienst Barzahlen.de. Rund 20 Prozent der 600.000 Kunden der Stadtwerke Düsseldorf nehmen nicht am Lastschriftverfahren teil und zahlen bar. Drei Viertel dieser Kundengruppe haben ein monatliches Haushaltseinkommen von unter 1500 Euro.

Hohe Erfolgsquote beim Telefoninkasso

Entsprechend knapp ist das Budget und zahlreiche Stromabrechnungen werden nicht fristgerecht bezahlt. Bei dem mittlerweile verwendeten Modell erhält der Kunde zur Abwicklung der Zahlung einen Barcode per E-Mail, SMS oder Post. Diesen kann er bei einer Filiale einer Einzelhandelskette einscannen lassen und begleicht die Rechnung mit Bargeld. Hat der Kunde gezahlt, wird der Auftraggeber binnen Sekunden vom Kassensystem über die Zahlung informiert. Das Ganze funktioniert wie eine Echtzeitüberweisung (Instant Payment). Sollte der Kunde dennoch eine Erinnerung brauchen, übernimmt die Cash Payment Solutions GmbH das Telefoninkassso. "Das funktioniert super, die Erfolgsquote liegt bei fast 95 Prozent", erklärt Achim Bönsch, Geschäftsführer von Barzahlen.de.

Bessere Zahlungsmoral, weniger Sperrungen

"Unsere Kunden haben jetzt mindestens in jedem Stadtteil eine Einzahlungsmöglichkeit", ergänzt Michael Inden. Anfangs sei diese Option nur als Alternative für die Kassenautomaten vorgesehen gewesen, mittlerweile habe sie sich als weiteres Zahlungsmodell etabliert. Unterm Strich sei das Unternehmen dank der Effizienzgewinne und dem Abbau der Kassenautomaten bei dem Projekt ohne Probleme mit einer "schwarzen Null" herausgekommen. Die Zahlungsmoral habe sich erhöht, ebenso die Kundenzufriedenheit, und es gebe weniger Sperrungen. Zudem werde das Personal in dem Kundenzentrum spürbar entlastet und könne sich wieder verstärkt Service- und Beratungsthemen widmen.

Instant Payments nehmen zu

Inden geht davon aus, dass das Thema Instant Payments in den kommenden Jahren weiter Fahrt aufnehmen wird. Viele Jugendliche würden beispielsweise keine Erfahrung mit dem Lastschriftverfahren haben, gleichzeitig seien von dieser Zielgruppe präferierte Zahlungsoptionen wie Paypal für die Stadtwerke Düsseldorf zu teuer. Gleichzeitig wachse in Deutschland die Zahl der einkommensschwachen Haushalte, mittlerweile müssten bereits 16 Mio. Menschen bundesweit mit weniger als 1000 Euro im Monat auskommen. Entsprechend nehme die Zahl der Barzahler stetig zu.

Zahlreiche Stadtwerke nutzen Zahlungsmodell

Barzahlen.de wird bereits beim Energiekonzern Eon und bei über zwei Dutzend Stadtwerken eingesetzt, darunter Mainova, die Leipziger Stadtwerke, die Wuppertaler Stadtwerke und die Stadtwerke Rostock. Die Wolfsburger LSW nutzt die Dienstleistung für Auszahlungen von Überschüssen an die Energiekunden. Derzeit ist Barzahlen.de deutschlandweit in über 12.000 Filialen unter anderem von Rewe, DM, Penny, Rossmann, Real, Mobilcom-Debitel, Budni und Toom möglich. Das Modell wird mittlerweile auch von Unternehmen in Österreich, der Schweiz, Italien und bald auch in Griechenland genutzt. (hoe)

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