Die Trianel hat nach eigenen Angaben ihre Geschäftsziele für das abgelaufene Jahr weit übertroffen und mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von etwa elf Millionen Euro einen der höchsten Gewinne in ihrer 21-jährigen Firmengeschichte erreicht. Im Vorjahr waren es noch 6,7 Mio. Euro gewesen.
Zudem steigerte die Aachener Stadtwerke-Kooperation ihren Umsatz um mehr als ein Drittel auf fast 3,2 Mrd. Euro. Die Zahlen stellte das Unternehmen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vor.
Aus für Lünen bereits vor 2030?
Die Trianel führt die guten Zahlen im Wesentlichen auf starke Erträge im Kerngeschäft Handel und Beschaffung sowie in der Projektentwicklung zurück.
Das Ergebnis wäre sogar noch besser ausgefallen, wenn die Trianel-Geschäftsführung nicht für Risiken Gelder im zweistelligen Millionenbereich zurückgelegt hätte. Zu Buche schlägt insbesondere das 2013 in Betrieb gegangene Steinkohlekraftwerk Lünen, das nach jetzigem Kohleausstiegsgesetz schätzungsweise bis spätestens 2031 vom Netz muss. Mit den von der Bundesregierung beschlossenen verschärften Klimazielen droht dem Block nun aber sogar schon vor 2030 das Aus.
Risikovorsorge für Offshore-Windpark
Zudem nahm die Trianel in kleinerem Maße Risikovorsorge für ihren Gasspeicher Epe und den Offshore-Windpark Borkum II vor, der in Erwartung schwächerer Windjahre vorerst weniger Gewinn abwerfen könnte als geplant.
Insgesamt schüttet die Stadtwerke-Kooperation an ihre 57 Gesellschafter insgesamt 4,7 Mio. Euro aus und stockt ihr Eigenkapital auf 94,1 Mio. Euro auf.
Handelssegment stark
Im Handelssegment sieht sich die Trianel auf gutem Weg. Dank umgebauter Prozesse und flexibler Organisation habe das Handelsteam schnell auf die coronabedingt veränderte Stromnachfragesituation im Frühjahr 2020 reagieren und die Handelsstrategien auch unterjährig rasch anpassen können, sagte Geschäftsführer Oliver Runte. Zufrieden zeigt sich das Unternehmen auch mit der Weiterentwicklung seiner Prognosesysteme und der Fortschritte der Cloud-basierten Architektur.
Ferner sei das Direktvermarktungsportfolio von derzeit etwa 2,8 GW sehr solide aufgestellt und biete trotz der weiter angespannten Wettbewerbssituation Wachstumspotenziale.
Trianel Wind und Solar
Auch die Projektentwicklung habe sich als ertragreiche Säule behauptet, führte Geschäftsführer Sven Becker aus. "Trotz der Herausforderungen in der Projektentwicklung setzen wir uns in den Ausschreibungen insbesondere für PV-Freiflächenanlagen gut durch und haben auch gemeinsam mit Partnern weitere interessante Flächen und Projekte in der Planung", sagte er.
Mit der Gründung der neuen Projektgesellschaft Trianel Wind und Solar habe die Stadtwerke-Kooperation im vergangenen Jahr gemeinsam mit Stadtwerken bereits die fünfte Gesellschaft zum weiteren kommunalen Ausbau der Erneuerbaren auf den Weg gebracht. Bis 2030 sollen hier weitere 500 Mio. Euro zum Aufbau von etwa 350 MW Wind und Solar investiert werden.
Gut in 2021 gestartet
Zuversichtlich zeigt sich die Trianel auch für dieses Jahr. Das Unternehmen sei gut gestartet, heißt es. Das gelte auch für den Bereich Handel, selbst wenn insbesondere der Anstieg des CO2-Preises für Strategie und Portfolio eine Herausforderung dargestellt hätten, wie Geschäftsführer Runte erläuterte. "Im Moment befinden wir uns im Plan", sagte er. (ab)
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