Eine Stele mit dem Firmen-Logo steht im Foyer der Uniper-Hauptverwaltung in Düsseldorf.

Eine Stele mit dem Firmen-Logo steht im Foyer der Uniper-Hauptverwaltung in Düsseldorf.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Beim Düsseldorfer Gasimporteur Uniper haben derzeit Spekulanten das Sagen: So schnell, wie der Aktienkurs des verstaatlichten Versorgers zuletzt stieg, so rasant geht derzeit der Verfall. Am Montagmorgen brachen die Papiere um fast 22 Prozent ein und kosteten damit 4,85 Euro. Im Laufe des Tages erholte sich der Kurs etwa, sprang die Aktie wieder über die Fünf-Euro-Marke.

Uniper hatte am 23. Mai mitgeteilt, dass man dank Absicherungsgeschäften "signifikante Gewinne aus der Ersatzbeschaffung von Gasmengen" für russische Lieferkürzungen erwartet. Weitere Eigenkapitalerhöhungen des Bundes würden daher nicht mehr erforderlich sein.

Kurs vervierfacht sich nach Meldung

Nach dieser Meldung hatten sich die Papiere in wenigen Tagen bis Anfang Juni mehr als verdoppelt bis auf etwas über acht Euro und den höchsten Stand seit Ende November 2022 erreicht. Ausgehend vom Rekordtief Ende Dezember 2022 bei 2,09 Euro hatte sich der Kurs fast vervierfacht. Offenbar spekulierten Anleger auf eine Reprivatisierung des Unternehmens und trieben so den Kurs nach oben.

Die Aktien seien zum Spielball von Spekulanten geworden, schrieben die Charttechnik-Experten von Stock3 am Freitag. Dies sei auch nicht überraschend, da sie sich zu 99 Prozent im Besitz des Staates befänden und nur rund ein Prozent der Aktien frei gehandelt würden, und zwar überwiegend von Kleinanlegern.

Hype findet am Freitag Ende

"Bei einem so geringen Streubesitz können Kursbewegungen in die eine oder andere Richtung gerne einmal übertrieben groß ausfallen", hieß es weiter. Mit großen Kursbewegungen in beide Richtungen müsse gerechnet werden.

So fand denn auch der jüngste Hype am Freitag erst einmal sein Ende. Anleger strichen Gewinne ein, was die Aktien um mehr als ein Fünftel abstürzen ließ. Zusammen mit dem Minus vom Wochenstart beläuft sich der Abschlag der letzten beiden Handelstage auf 38 Prozent.

Katastrophenjahr 2022

Ende November waren die Aktien nach Meldungen über eine weitere hohe Kapitalerhöhung eingebrochen. Diese war nötig geworden, weil der Versorger wegen fehlender russischer Gaslieferungen ins Straucheln geraten war und Gas teuer zukaufen musste.

Hintergrund ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die deshalb von der westlichen Staatengemeinschaft verhängten Sanktionen gegen Russland, weshalb Russland die direkten Lieferungen nach Deutschland erst einschränkte und dann stoppte. Inzwischen hat aber der Preis für europäisches Erdgas wieder das Vorkriegsniveau erreicht. (dpa/aba)

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