Der Verbund plant in den nächsten drei Jahren Investitionen von zwei Milliarden Euro. Rund ein Drittel davon soll in die Wasserkraft fließen. Das Bild zeigt das Laufkraftwerk des Stromversorgers in Villach.

Der Verbund plant in den nächsten drei Jahren Investitionen von zwei Milliarden Euro. Rund ein Drittel davon soll in die Wasserkraft fließen. Das Bild zeigt das Laufkraftwerk des Stromversorgers in Villach.

Bild: © Verbund

Bis 2030 soll der gesamte Stromverbrauch Österreichs zu 100 Prozent über erneuerbare Energien abgedeckt werden – zumindestens bilanziell. Rund 30 Terawattstunden (TWh) zusätzliche Leistung wird dazu benötigt, das entspricht rund der Hälfte der heutigen Erzeugungsleistung. Der größte Stromkonzern der Alpenrepublik, der mehrheitlich staatliche Verbund, will daran kräftig partizipieren, vor allem am geförderten Wind- und Solarausbau.

"Wir wollen 20 bis 25 Prozent des zusätzlichen Ökostromausbaus bis 2030", kündigte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber laut der Tageszeitung "Die Presse" bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch an. Zudem forderte er, dass die staatlichen Förderungen künftig auf Solaranlagen auf Freiflächen ausgedehnt werden. Das Unternehmen wird seine Investitionen in den kommenden drei Jahren nochmals deutlich steigern, auf zwei Mrd. Euro. Allein 0,9 Mrd. Euro fließen in den Netzausbau, 0,6 Mrd. in die Wasserkraft.

Ebitda sinkt um 6,3 Prozent

Über 90 Prozent der Stromerzeugung des Verbunds beruht auf Wasserkraft, die Wasserführung hat deshalb einen großen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung.Insbesondere das trockene zweite Halbjahr schmälerte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Das Ebitda für das Geschäftsjahr 2018 sank um 6,3 Prozent auf 864,2 Mio. Euro.

Das Konzernergebnis legte aufgrund von Einmaleffekten zwar deutlich um 43,7 Prozent auf 433,2 Mio. Euro zu, hierbei handelt es sich um "Wertaufholungen im Wasserkraftbereich in Österreich und Deutschland sowie im Windkraftbereich in Rumänien". Rechnet man diese Sonderfaktoren heraus, ist aber auch diese Kennziffer um 3,5 Prozent zurückgegangen. Negativ wirkten sich auch geringere Erlöse aus Flexibilitätsprodukten aus.

Kosten reduziert, Entschuldung forciert

Für einen höheren Ergebnisbeitrag sorgten hingegen die Netzsparte sowie Erfolge aus den Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen. Das Unternehmen hat seine Schulden in den vergangenen Jahren auf rund 1,5 Mrd. Euro zurückgeführt und verfügt nach eigenen Angaben über eine "solide Kapitalstruktur" und "eine hohe strategische Flexibilität, um künftig Wachstumschancen wahrzunehmen".

Für die Hauptversammlung am 30. April schlägt die Geschäftsführung eine Dividende von 0,42 Euro pro Aktie vor. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Ebitda zwischen rund 1,05 Mrd. und 1,2 Mrd. Euro in Aussicht gestellt und ein Konzernergebnis zwischen 440 und 540 Mio. Euro. (hoe)

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