Carsten Liedtke ist Sprecher des Vorstands der Stadtwerke Krefeld AG.

Carsten Liedtke ist Sprecher des Vorstands der Stadtwerke Krefeld AG.

Bild: © SW Krefeld

"Gerade jetzt in der Corona-Krise ist es besonders wichtig, Stadtwerke-Mitarbeiter zu motivieren, ihre Aufgabe erfüllen", sagt Carsten Liedtke, Sprecher des Vorstands des Stadtwerke-Krefeld Konzerns. "Ich habe von manchen Kollegen gehört, dass sie alle Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt haben und nur noch Notbetrieb machen. Wir halten das grundsätzlich anders", stellt Liedtke klar. Die Haltung der Stadtwerke Krefeld skizziert er so: "Wir wollen und müssen weiterhin so funktionieren, wie das von uns erwartet wird, in allen Bereichen. Wir vermitteln unseren Mitarbeitern grundsätzlich, dass es gerade jetzt notwendig ist, dass sie ihre Arbeit tun.“

Servicecenter bleibt auch für wenige Kunden geöffnet

Die Mitarbeiter im Servicecenter registrierten derzeit, dass sie aktuell gerade mal für 50, 60 oder 100 Kunden am Tag geöffnet haben müssten. "Ich versuche ihnen dann zu erklären, dass für diese Kunden die Fahrt mit dem ÖPNV ganz wichtig ist, da sie sonst als Krankenschwester oder Kassiererin keine Chance haben, zur Arbeit zu kommen." Diese Berufsgruppen seien auf den ÖPNV angewiesen. "Ich sage dann: Wir haben noch nie eine Dienstleistung für so Wenige angeboten, die für uns alle so wichtig ist. Wenn es uns gelingt, das rüberzubringen, dann wecken wir das Engagement unserer Mitarbeiter. Übrigens gilt das derzeit auch für unsere Mitarbeiter im Forderungsmanagement, in der IT, im Einkauf und vielen anderen Bereichen."

"Im Versorgungs- und Entsorgungsbereich sehe ich keinen Grund für Kurzarbeit"

Man müsse ein Klima schaffen, in dem Mitarbeiter fühlen, dass sie eine wichtige Aufgabe haben und ihren Beitrag leisten wollen um die Stadt Krefeld am Laufen zu halten. Dass erste Stadtwerke mittlerweile für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet haben, kann Liedtke indes nur bedingt nachvollziehen. "Im klassischen Versorgungs- und Entsorgungsbereich sehe ich aktuell noch keinen Grund für eine Kurzarbeit. Im Verkehrsbereich muss man das vielleicht anders beantworten, das ist sehr individuell."

Kurzarbeit im Nahverkehr aktuell kein Thema

Viele kommunale Nahverkehrsbetriebe fahren aktuell nach einem Ferienfahrplan und da benötige man auch weniger Personal. "Wir reden hier aber noch nicht über einen monatelangen Stillstand, sondern ein paar Wochen und deswegen setzen wir erst Mal Überstunden ein und nutzen Arbeitszeitkonten, die ja auch mal ins Minus reinlaufen können.“ Das bedeute aber nicht, dass das Thema Kurzarbeit für die SWK keines werden könne. "Aber es ist für mich ein Mittel, dass wir erst ganz am Ende der Kette einsetzen würden, wenn es gar nicht mehr anders geht." Zudem müsste ein solcher Schritt mit einer signifikanten Kostenersparnis verbunden sein. Mitarbeiter, die aktuell gar nichts zu tun hätten, gebe es aktuell bei den SWK nicht. Auch befänden sich nur einige wenige 100 der ingesamt rund 3000 Mitarbeiter des Kommunalkonzerns im Homeoffice und dabei handle es sich nicht immer um dieselben. Die SWK sind in den Bereichen Energie, Wasser, ÖPNV und Entsorgung tätig. (hoe)

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Den ersten Teil des Interviews mit dem SWK-Chef zur Umsetzung des Zahlungsmoratoriums finden Sie hier.

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