Die digitale und nachhaltige Transformation kommt in Deutschlands größeren Städten nach Angaben der Unternehmensberatung H&Z weiter voran. Das Unternehmen führt seit August 2026 die Aktivitäten der bisherigen Haselhorst Associates GmbH fort. Im Haselhorst Smart-City-Ranking 2026 liegt der durchschnittliche Entwicklungsgrad der 418 untersuchten Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern bei 33,2 Prozent.
Am stärksten entwickelt sich laut Ranking das Handlungsfeld Energie und Umwelt mit einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es folgen Gebäude und Quartiere mit 2,2 Prozent sowie Mobilität mit 2,0 Prozent.
Auch Verwaltung mit 1,9 Prozent und Bildung mit 1,5 Prozent legen zu. Gesundheit sowie Wirtschaft und Handel kommen jeweils auf ein Plus von 1,2 Prozent, Tourismus und Kultur auf 0,8 Prozent.
"Die Entwicklung verdeutlicht, dass Smart City heute weit über reine Digitalisierung hinausgeht", erklärt Lucía Wright, Associate Partner von H&Z und Herausgeberin des Rankings. Städte investierten zunehmend in klimaresiliente Infrastrukturen, energieeffiziente Quartiere und nachhaltige Mobilitätslösungen.
Größere Städte erreichen höhere Entwicklungsgrade
Deutliche Unterschiede zeigt das Ranking nach Stadtgröße. Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern erreichen im Durchschnitt einen Entwicklungsgrad von 44,6 Prozent. Kleine Großstädte kommen auf 39,5 Prozent, große Mittelstädte auf 34,4 Prozent und kleine Mittelstädte auf 30,2 Prozent.
H&Z führt den Vorsprung größerer Städte unter anderem auf etablierte Strukturen, höhere Investitionsspielräume und größere organisatorische Kapazitäten zurück. Zugleich beobachtet das Beratungsteam auch bei kleineren Kommunen einen kontinuierlichen Ausbau der Smart-City-Aktivitäten.
Verzicht auf aktive Top-Ten-Kommunikation
Neu ist 2026 auch der Umgang mit den Platzierungen. Erstmals seit dem Start des Rankings im Jahr 2018 will H&Z keine Top Ten der smartesten Städte mehr aktiv kommunizieren.
Der Fokus auf einzelne Rangplätze werde den unterschiedlichen Voraussetzungen der Kommunen nur eingeschränkt gerecht, begründet Wright den Schritt. Städte unterschieden sich erheblich bei Größe, Ausgangslage, finanziellen Spielräumen und strategischen Zielen.
Stärker in den Mittelpunkt rückt deshalb der Vergleich mit Kommunen ähnlicher Größenordnung. Über eine interaktive Karte können Interessierte nachvollziehen, wie sich der Entwicklungsgrad einer Stadt gegenüber dem Vorjahr verändert hat und wie sie vom bundesweiten Durchschnitt abweicht.
Engere Zusammenarbeit mit Versorgern erwartet
Für die kommenden Jahre erwartet das Unternehmen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Städten und Versorgungsunternehmen. Als Gründe nennt das Beratungsteam auslaufende Smart-City-Förderprogramme, die angespannte Finanzlage vieler Kommunen sowie steigende Investitionsbedarfe bei Klimaresilienz, Versorgungssicherheit und Digitalisierung.
"Erfolgreiche Smart-City-Entwicklung wird künftig stärker von Kooperationen geprägt sein", erklärt Wright. Angesichts knapper finanzieller Spielräume und wachsender Anforderungen müssten Städte und Versorger enger zusammenarbeiten.
Damit gewinnt aus Sicht von H&Z insbesondere die Verbindung von kommunaler Digitalisierung, Energieinfrastruktur und resilienter Daseinsvorsorge an Bedeutung.
Ranking kombiniert statistische Daten und qualitative Analyse
Für das Smart-City-Ranking untersuchten die Berater zehn Bereiche der städtischen Daseinsvorsorge. Zunächst ermittelt das Beratungsteam anhand von rund 60 Indikatoren das Smart-City-Potenzial einer Kommune. Ergänzend bewertet es anhand aktueller Strategien und Projekte den tatsächlichen Umsetzungsgrad.
Insgesamt fließen nach Angaben von H&Z jährlich mehr als 33.000 Datenpunkte aus öffentlich zugänglichen Quellen in die Untersuchung ein. Für das Ranking 2026 wurden 418 Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern analysiert.