Von Pauline Faust
Für ein digitales Stromnetz unterquert die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) sogar den Rhein. Die EVM verbindet so zwei bereits bestehende Glasfasernetze in Koblenz und im Westerwald.
Das Vorhaben gehört zum Projekt "Kabel 4.plus", mit dem die EVM die Fernmeldeinfrastruktur modernisiert. Dies dient der besseren Vernetzung von Umspannwerken, Ortsnetz- und Schaltstationen des regionalen Stromnetzes.
Seit 2023 läuft die Installation der Leitungen. Bis 2027 sollen so insgesamt 100 Kilometer Kupferkabel durch leistungsfähige Glasfaserverbindungen ersetzt werden.
Unter dem Rhein mussten 450 Meter Glasfaserkabel verlegt werden. "Wir nutzen hier eine unserer weiteren Großbaustellen als Vehikel", sagt EVM-Sprecher Marcelo Peerenboom. Denn: "Genau an dieser Stelle haben wir einen neuen Düker zur Trinkwasserversorgung gebaut. Neben der Trinkwasserleitung wurden zusätzlich Leerrohre verlegt, die jetzt für die Glasfaserkabel genutzt werden."
Inzwischen sind alle Speedpipes, dünne flexible Rohre, in denen später das nur 6,5 Millimeter dünne Glasfaserkabel eingebracht wird, unter Wasser und bis zur zweiten Rheinquerung vorverlegt. "Dieser Vorgang verlief reibungslos, so dass wir uns zum Jahresende auf die noch anstehenden Abschlussarbeiten in diesem Bauabschnitt konzentrieren können, bevor im kommenden Jahr die zweite, rund 180 Meter lange Querung zwischen Niederwerth und Vallendar, auf dem Plan steht", fasst Projektleiter Patrick Zerwas den aktuellen Stand zusammen.
Viel Aufwand für das Stromnetz der Zukunft
Der große finanzielle und arbeitsintensive Umbau sei Aufgrund der modernen Anforderungen an das Stromnetz notwendig, die durch die veraltete Fernmeldetechnik nicht gestemmt werden können. Insgesamt investiere die EVM zehn Millionen Euro in das Projekt, das durch die Tochterfirmen Energienetze Mittelrhein und KEVAG Telekom Koblenz verantwortlich umgesetzt wird.
Die Digitalisierung der Netze mit Glasfaser wird laut EVM seit 2014 angegangen. Die ersten Anlagen wurden 2017 an die LWL-Infrastruktur angeschlossen.
Mehr zum Thema: Digitalisierung der Netze
Die Stadtwerke Saarlouis können bereits etwas gelassener auf die Digitalisierung im Netzbereich schauen, denn an der französischen Grenze hat man vor zwei Jahrzenten angefangen, das Glasfasernetz auszubauen.
Mehr dazu erfahren Sie in der aktuellen Folge des ZfK-Podcasts "Im Fokus", für die Moderator Stefan Lennardt die Stadtwerke Saarlouis besucht hat.
