Stadtwerke-Mitarbeiter können künftig mit einem Smartphone oder Tablet auf die Daten zugreifen. Karten sind dazu nicht mehr erforderlich.

Stadtwerke-Mitarbeiter können künftig mit einem Smartphone oder Tablet auf die Daten zugreifen. Karten sind dazu nicht mehr erforderlich.

Bild: © fotomek/AdobeStock

Durch die Insolvenzwelle bei Energiediscountern sind deutschlandweit mehrere Hunderttausend Endkunden in der Grundversorgung lokaler Energieversorger gelandet. Eine Herausforderung vor allem für die örtlichen Netzbetreiber, die plötzlich einen Lieferantenwechsel aktiv managen mussten – und dies oft in Hunderten von Fällen.

Die Software XAP von Somentec hat die dazu nötigen Funktionen schon zuvor im System angelegt, teilte die Tochter von den Stadtwerken Schwäbich-Hall mit. So habe man das Systems und die Prozesse schnell anlegen können
 
 

Besonderheit bei insolventen Energielieferanten:

Normalerweise initiieren die Lieferanten über die Marktkommunikation beim Verteilnetzbetreiber den Lieferantenwechselprozess. Im Falle der insolventen Energielieferanten erfährt der Netzbetreiber durch die Schließung des einschlägigen Bilanzkreises, dass Endkunden in seinem Netzgebiet zum lokalen Grundversorger wechseln. In diesem Fall hat der Netzbetreiber die Aufgabe, den obligatorischen Lieferantenwechsel beim Grundversorger zu melden und anzustoßen.
 
Dabei stehen Netzbetreiber vor drei Herausforderungen: Zunächst müssen sie für jeden der insolventen Lieferanten die betroffenen Kunden bzw. Marktlokationen identifizieren und clustern. Dies können – je nach Größe der Netzgebietes und regionaler Häufung betroffener Endkunden – durchaus mehrere Hundert Fälle sein. Im zweiten Arbeitsschritt erfolgt die Abmeldung der identifizierten Marktlokationen beim insolventen Lieferanten. Schließlich müssen diese beim Grundversorger angemeldet werden. Alle drei Schritte sollten automatisiert vom System bearbeitet werden können.

Von der Suche in die Liste zur Stapelverarbeitung

Mit XAP lasse sich das problemlos umsetzen, und zwar durch die Verknüpfung bereits vorhandener Grundfunktionalitäten, so Somentec. „Mit dem Business Intelligence-Tool XAP.bericht werden über eine Standard-Auswertung die betroffenen Marktlokationen identifiziert und in eine Liste – zum Beispiel „Insolvenz Lieferant XY“ im Format CSV – exportiert", sagt Patrick Pleitgen, Gruppenleiter Software-Entwicklung bei Somentec, erläutert.

Die Maßnahmenverwaltung des integrierten CRM liest diese Liste ein und führt für jede Position aus der importierten Liste eine zugeordnete konfigurierbare Maßnahmenfunktion aus. Das sei eine Technik, die bei XAP im Standard zur Verfügung stehe. Sie macht es Pleitgen zufolge grundsätzlich möglich, diverse Aufgaben im Stapel abzuarbeiten.

Update steht seit Sommer zur Verfügung

Über die neue Maßnahmenfunktion „Lieferende Netznutzung“ wird das Lieferende gegenüber dem insolventen Lieferanten nach den Regeln der Marktkommunikation initiiert. Mit der bestehenden Komponente zur Ermittlung und Anlage der Ersatz- und Grundversorgungen werden die Marktlokationen ohne Lieferanten-/Bilanzkreiszuordnungen identifiziert und der Lieferbeginn zur Ersatzversorgung zum Grundversorger angelegt. Die Marktkommunikation von XAP laufe im Hintergrund und versende alle notwendigen Marktnachrichten. „All das passiert vollautomatisch“, so Pleitgen.
 
Die Funktion „CRM-Maßnahmen-Verwaltung“ ist ihm zufolge allen Somentec-Kunden bereits im Sommer 2021 im Rahmen eines Funktions-Updates zur Verfügung gestellt worden. (sg)
 


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