„Darmstadt hat seit dem Gewinn des Titels „Digitale Stadt“ im Jahr 2017 bestmöglich in die Zukunft investiert", zog Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus auf einer virtuellen Pressekonferenz Bilanz. Die Professorin lobte auch, dass Darmstadt mit dem breiten strategischen Ansatz die Landesfördermittel in Höhe von fünf Millionen Euro klug eingesetzt habe, "so dass nahezu alle kommunalen Handlungsfelder einen messbaren Entwicklungsschub vollziehen konnten."
Besonders bemerkenswert sei gewesen, dass den Bürgerinnen und Bürgern kein fertiges Ergebnis präsentiert wurde, sondern dass sie in einem umfangreichen, transparenten Prozess beteiligt wurden, so Sinemus.
Blaupause für andere Kommunen
Die Ministerin betonte außerdem, Darmstadt habe sich zu einer Modellkommune für Hessen und den Bund entwickelt. Der Transfer der Erkenntnisse und Lösungen aus Darmstadt auf andere hessische Kommunen sei von Beginn der Förderperiode an mitgedacht worden mit dem Ziel, ganz Hessen zu einer smarten Region zu entwickeln.
Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch erklärte, man habe ein europäisches Gegenmodell zur asiatischen Smart City geschaffen. Intelligente Müllentsorgung und Verkehrsleitung mit KI oder auch digitale Medienbildung sei auch in anderen Kommunen zur Agenda geworden. "Wir setzen digitale Anwendungen ein, um Darmstadt noch lebenswerter auszugestalten – und sind so zur ersten Blaupause für andere Kommunen geworden."
Geheimnis des Erfolgs
Ein Geheimnis der erfolgreichen Strategie, so führte OB Partsch weiter aus, ist der stringent verfolgte Darmstädter Ansatz, dass Digitalisierungsprojekte nicht in den historisch gewachsenen Strukturen einer Stadt umgesetzt werden, sondern Verwaltung und Stadtwirtschaft miteinander vernetzt agieren müssen. Dies ist in 14 urbanen Handlungsfeldern passiert und die Landesförderung stützte in 20 Projekten.
„Dadurch haben wir sehr viel erreicht, beispielsweise, dass wir als erste Stadt überhaupt mit einer umfassend produktiven Datenplattform arbeiten können. Sie verknüpft städtische Daten aus den verschiedenen Ämtern teils in Echtzeit und ermöglicht das schnellere und vor allem gezieltere Handeln, um beispielsweise Herausforderungen in den Mobilitätsketten oder in ökologischen Fragestellungen zu bearbeiten.“
Ethik- und Technologiebeirat wichtiger Schritt
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung Darmstadts zum Leuchtturm der digitalen Stadtentwicklung war neben aller Projektarbeit auch die Etablierung des Ethik- und Technologiebeirates, wie CDO Michael Waidner weiter erklärte: "Die ethischen Leitplanken sind ein weiteres Erfolgsrezept unserer Digitalisierungsgeschichte. Sie ermöglichen ihm zufolge eine hohe Technologie-Akzeptanz in der Gesellschaft und in der Wirtschaft und ebnen so den Weg in eine Zukunft, in der Darmstadt schnell auf Veränderungen reagieren und neue Technologien und Anwendungen aufnehmen und einsetzen kann."
Und weiter: "Durch die Projekte und Labore ergänzt Darmstadt zudem sein Profil als Wissenschaftsstadt mit seinen starken Forschungseinrichtungen, etwa der TU und den anderen Hochschulen, den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, GSI, ESA/ESOC und natürlich dem Nationalen Forschungszentrum für Angewandte Cybersicherheit ATHENE, dem größten Forschungszentrum dieser Art in ganz Europa. Ziel der Digitalstadt-Aktivitäten ist dabei stets, den Nutzen für die Bewohner*innen der Stadt ins Zentrum zu stellen. Dieser Ansatz hat sich mittlerweile in der Breite etabliert und wir wissen heute, dass andere Städte und Gemeinden unsere Prinzipien aufgreifen, wenn sie mit ihrer eigenen Digitalisierungsarbeit beginnen.“
Erfolgsstory soll weitergehen
Die etablierten Strukturen, zu denen inzwischen auch ein Digitales Stadtlabor gehört, werden im Rahmen der bundesweiten Förderung „Smart Cities Made in Germany“ (Bundesministerium des Innern (BMI)) fortgesetzt. Schwerpunkte der zukünftigen Digitalstadt-Entwicklung: Klimaresilienz und Wassermanagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Strategiephase für die neue Förderung hat bereits 2021 begonnen und wird in ihrem weiteren Verlauf ausarbeiten, was in dem neuen Förderzeitraum von sieben Jahren mit dem Finanzvolumen von 13,3 Mio. EUR umgesetzt wird. (sg)
