Der nächste Meilenstein: Eon baut sein 100.000stes intelligentes Messsystem ein.

Der nächste Meilenstein: Eon baut sein 100.000stes intelligentes Messsystem ein.

Bild: © Eon

Gegenüber anderen Ländern habe Deutschland aber Aufholbedarf beim Rollout der intelligenten Zähler, so der Konzern: In Schweden hat Eon nach eigenen Angaben in einer ersten Rollout-Welle zwischen 2004 und 2009 bereits eine Million Smart Meter verbaut.

Derzeit läuft die zweite Welle, bei der bereits circa 200.000 Zähler installiert wurden. Bis Ende 2024 kommen weitere 1200 bis 1500 Geräte täglich hinzu. In Großbritannien verzeichnet der Energiekonzern bereits vier Millionen Smart Meter Installationen. Der schleppende Rollout in Deutschland werde vor allem durch zu hohe Hürden in Form weitreichender Vorgaben verursacht, kritisiert Eon.

Viele unterschiedliche Behörden sind mit verteilten Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zuständig – es fehlt allerdings eine gesamtverantwortliche Anlaufstelle, heißt es weiter. Der deutsche Smart Meter Rollout-Plan sieht vor, dass bis 2032 jeder Zähler intelligent oder zumindest mit einer digitalen Schnittstelle versehen sein muss.
 

Eon: Weniger technische und regulatorische Hürden nötig

Malte Sunderkötter, als Geschäftsführer der Eon-Tochter E.kundenservice Netz für den Rollout intelligenter Messsysteme verantwortlich, sagt: „Smart Meter sind essentieller Bestandteil des dezentralen Energiesystems der Zukunft. Wir freuen uns, als erster Energieversorger in Deutschland trotz schwieriger Rahmenbedingungen 100.000 intelligente Messsysteme verbaut zu haben."

Nichtsdestotrotz seien andere europäische Länder beim Smart Meter Rollout noch immer weit voraus. Sunderkötter fordert, dass für die Geräte aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung für die Energiewelt von morgen technische und regulatorische Hürden abgebaut werden müssen.

"Standardisierung, Reduktion der Komplexität und zielorientiertes Zusammenspiel aller Beteiligten sind Grundvoraussetzungen, damit der Smart Meter Rollout Fahrt aufnimmt und Netzbetreiber und Kunden gleichermaßen von den digitalen Möglichkeiten eines Smart Meters profitieren können.“

173.000 intelligente Messsysteme bis 2022 geplant

Die neuen Smart Meter bieten laut Eon sowohl Kunden als auch Unternehmen weitreichende Vorteile gegenüber den alten analogen, sogenannten „Ferraris-Zählern“, die bis 2032 schrittweise abgelöst werden. Kunden haben demnach durch die intelligenten Messsysteme eine exakte, grafisch aufbereitete Stromverbrauchs- und Kostenkontrolle und können Einsparpotenziale aktiv erkennen. Zudem können die Kunden von neuen und flexiblen Stromtarifen profitieren.

Für Verteilnetzbetreiber wie Eon sind die intelligenten Messsysteme elementar für die Digitalisierung der Netzinfrastruktur. Sie liefern anonymisierte Daten zu Netzauslastung, Stromverbrauch und Einspeisung und sind damit das Navigationssystem der Energiewende. Energieflüsse lassen sich so nicht nur nahezu in Echtzeit messen, sondern auch flexible Einspeiser und Verbraucher intelligent vernetzen.

Diese Transparenz sei Vorrausetzung dafür, dass Netze auch in Zukunft effizient genutzt werden können und leistungsfähig bleiben. Auch die volatile Erzeugung aus erneuerbaren Energien könne nur mit Hilfe von Transparenz und digitaler Steuerung weiterhin zuverlässig in die Netze integriert werden. Bis Ende 2022 plant Eon, 173.000 intelligente Messsysteme einzubauen. (sg)

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